Walter Grond

Sommer ohne Abschied

Roman
Cover: Sommer ohne Abschied
Haymon Verlag, Innsbruck 2019
ISBN 9783709934517
Gebunden, 120 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Eine Kleinstadt in der Provinz, zwei Paare, ein zugezogenes, ein alteingesessenes, und mysteriöser Vorfall, der die Gemüter im Ort bewegt - doch was ist wirklich in jener Nacht passiert? Zentimetergenau vermisst Walter Grond den Boden zwischenmenschlicher Beziehungen, sei es Bekanntschaft, Freundschaft, Nachbarschaft oder Ehe. Auf einer zweiten Ebene erzählt Grond von der tiefsitzenden Angst einer Gemeinschaft, sich Fremden gegenüber zu öffnen, von der Sorge einer ungewissen und bedroht scheinenden Zukunft - und von der letztlich nie sicher überbrückbaren Kluft zwischen Städtern und Landbewohnern.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.06.2019

Rezensent Carsten Otte glaubt, dass die aktuelle politische Polarisierung der Gesellschaft zu großen Teilen mit dem "soziokulturellen Gefälle von Stadt und Land" zusammenhängt. Der neue Roman von Walter Grond liefert laut Otte einen Einblick in die verschiedenen Weltsichten von Städtern und Landleuten: Hier ziehe der Wiener Journalist Alex in die Provinz und freunde sich dort mit einem alteingesessenen Unternehmer an, der sich zeitgleich immer rechtsradikaler gebe, erzählt der Kritiker. Otte ist bei der Lektüre klar geworden, wie unterschiedlich das Beharren auf traditionellen Mustern einerseits und das Fortschrittsbestreben andererseits das Erleben färben, und er betrachtet Gronds Text als Teil einer schriftstellernden Gegenbewegung zu den Identitären in Österreich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2019

Rezensent Wolfgang Schneider ist enttäuscht von Walter Gronds neuem Roman. Der Versuch, aktuelle Probleme wie den Gegensatz zwischen Stadt und Land, Gentrifizierung, Globalisierung, Flüchtlingskrise und Rechtspopulismus auf 100 Seiten in die Geschichte von einem Aussteigerpaar zu packen, misslingt laut Schneider. Die Verdichtung im Text führt für ihn dazu, dass Dialoge hölzern und bemüht rüberkommen und Figuren wie Leitartikler reden. Schneider bleibt nur die Hoffnung, der Autor möge bald zu seiner früheren Form zurückkehren.
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