Als Prominentensohn aufzuwachsen, ist ein Schicksal besonderer Art. Walter Kohl hat es erlebt und teilweise einen hohen Preis dafür gezahlt. Doch es gelang ihm, aus dem Schatten seines Namens zu treten und seinen eigenen Weg zu gestalten. Der Autor erzählt von seiner zeitweise schwierigen Kindheit als Sohn vom Kohl in einem Umfeld des Terrorismus und in einer Zeit voller ideologischer Auseinandersetzungen. Der Tod der Mutter im Juli 2001 bildet einen tragischen Tiefpunkt. Doch die Krise wird zum Wendepunkt für ihn, denn sie bildet den Ausgangspunkt für seine innere Neuorientierung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2011
Christian Geyer liest dieses Buch von Helmut Kohls Sohn Walter Kohl als eindrucksvolle Leidens- und Befreiungsgeschichte, die den Ausstieg aus einem "Phantomleben" beschreibt. So schonungslos Kohl seine Eltern porträtiert, so offen er über das schwierige Verhältnis und den Bruch mit dem Vater spricht, so beklemmend die Lektüre bisweilen erscheint - das Buch macht den Leser nach Ansicht Geyers nie zum Voyeur. Auch ist es in seinen Augen keine verletzende Abrechnung mit dem Vater, wenngleich der Altbundeskanzler bisweilen als "machtfixierter Kontrollmensch? beschrieben wird. Im Gegenteil: Geyer attestiert dem Autor ein hohes Maß an Fairness und Taktgefühl. Im Zentrum des Buchs steht für ihn die Aussöhnung des Autors mit seiner Kindheit und mit sich selbst als "Sohn vom Kohl".
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