Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort von Michael Klein. Mit s/w-Illustrationen. Das hierzulande lange zu Unrecht vergessene Buch, das zu Walter Scotts besten Werken gehört, wird zum ersten Mal seit 175 Jahren völlig neu übersetzt und beweist die Meisterschaft und hohe Sprachkunst Scotts. Nach einem wechselvollen Leben beschließt der Schotte Chrystal Croftangry, es zum Schriftsteller zu bringen. Dass er bereits an die sechzig Jahre alt ist, mindert sein Bestreben keineswegs. Croftangry beschreibt seine Geschichte und seine Motivation, berichtet von den Freuden und Leiden des Erzählens und von der Begeisterung für die Welt der Stoffe und Geschichten. Hoffen und Bangen eines angehenden Schriftstellers werden mit Witz und Ironie eindrücklich geschildert, und immer wieder macht sich Scott über sich selbst lustig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2021
Goethe und Marx, Balzac und Puschkin schätzten ihn - und doch ist Sir Walter Scott heute fast vergessen, seufzt Rezensent Gustav Seibt und rät dringend zur Wiederentdeckung. Zunächst aber widmet der Kritiker seine Besprechung der Rezeptionsgeschichte und der Frage, wie der schottische Schriftsteller von der deutschsprachigen literarischen Bühne verschwinden konnte. Lag es am "historischen Exotismus", an nachlässigen Übersetzungen oder am "altmodisch beredten" Erzählton?, fragt Seibt. Umso erfreulicher findet er den Mut des kleinen Morio Verlags, der dieses "untypische Spätwerk" von Scott nun in frischer Übersetzung von Michael Klein herausgegeben hat. Erfreut lässt sich der Kritiker ein auf den gekürzten und, wie er findet, grandios übersetzten Roman, der aus einer Rahmenhandlung und zwei Novellen besteht und vom Bankrott eines Schriftstellers, von Industrialisierung und vom Clanleben im schottischen Hochland erzählt. Nach der Lektüre reiht der Rezensent Scott einmal mehr neben Goethe, Schiller und Kleist ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2021
Rezensent Elmar Schenkel hat Spaß mit diesem Roman von Sir Walter Scott. Wie der Autor seine eigenen desolaten Verhältnisse auf eine mit seiner Arbeit und den Bedingungen ringende Schriftsteller-Figur überträgt und in dessen Erzählungen das alte Schottland und seine Clan-Gesellschaft porträtiert, in dessen morbide Schlossidylle der Held zurückkehrt, findet Schenkel lesenswert. Besonders die Selbstironie, mit der Scott das Verhältnis zwischen der Moderne und der Archaik der Highlander zeichnet, scheint Schenkel erstaunlich, weil für diesen Autor eher ungewöhnlich.
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