James Thomson

The Seasons. Die Jahreszeiten

Englisch - Deutsch
Cover: The Seasons. Die Jahreszeiten
Urs Engeler Editor, Weil am Rhein 2004
ISBN 9783905591682
Gebunden, 448 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Wolfgang Schlüter. Virgil ist sein erklärtes Vorbild; Lukrez, Milton, Boyle, Newton und Shaftesbury prägen seine Ästhetik und Weltsicht; James Thomson, Geistlicher aus Schottland, den sein Bischof ermahnte, verständlicher zu predigen für die breite Masse. Statt den Rat zu befolgen, wurde er erst recht Dichter, ging nach London und legte mit dem fünftausend Zeilen langen Blankvers-Poem "The Seasons" (1726-30) ein Werk vor, das in seiner ebenso rauschhaften wie minuziös deskriptiven Feier des Schrecklichen und Erhabenen in der Natur ein Schlüsselwerk der europäischen Aufklärung wurde, ein Wunderwerk an Wortmusik, gepriesen von Rousseau, Dr. Johnson, Lessing, Wieland; in Malerei übersetzt von Gainsborough, Constable, Turner.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.07.2004

Bei "The Seasons" handelt es sich um eins der berühmtesten Poeme der englischen Sprache, informiert uns Rezensent Jürgen Brocan, das allerdings in Vergessenheit geraten sei, da es selbst im Englischen zur Zeit nicht in Buchform vorliege. Um so begrüßenswerter also nun die vorliegende zweisprachige Edition, die den englischen und den deutschen Text nicht etwa nebeneinander, sondern hintereinander setzt. Da steckt Kalkül hinter, verkündet Brocan. Denn der Übersetzer Wolfgang Schlüter, der mit seiner Übertragung dem Leser einen "intellektuellen Hochgenuss" bietet, wie der Rezensent schreibt, beanspruche ein großes Maß an Eigenständigkeit und Kreativität für sich. Dennoch gelingt Schlüter die formale Annäherung an das 180 Jahre alte Werk, indem er ebenso wie Thomson ungewohnte Versbrechungen, Latinismen und den emphatischen Gebrauch von Satzzeichen pflegt, jedoch nie wörtlich überträgt, , betont unser Rezensent. Auch in der Orthographie hat sich Schlüter einer altertümelnden Schreibweise bedient, was, zitiert Brocan den Übersetzer, so ähnlich ist, wie wenn ein Musiker auf einem historischen Instrument spielt. Dafür aber bedarf es, um nicht akademisch trocken zu wirken, des Muts zur Interpretation und der Spielfreude, hält der Rezensent begeistert fest. Den habe Schlüter einwandfrei bewiesen.

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