Mit ca. 120 Abbildungen in duotone, in 2-Farb-Offset. Deutschland in den 50er und 60er Jahren: Das war nicht nur der Beginn des "Wirtschaftswunders", nicht nur der Anfang neuer Idyllen und bescheidener Vergnügungen, nicht nur das Aufblühen einer gänzlich neuartigen Kunst- und Kulturszene nach den Jahren der nationalsozialistischen Gleichschaltung, sondern auch der Beginn der fotografischen Arbeit von Walter Vogel. Seit 1951 hat Vogel diese frühen Jahre der Bundesrepublik, vor allem in seiner näheren Heimat Düsseldorf und dem Ruhrgebiet, mit kritischem Blick beobachtet und mit der Kamera exemplarisch eingefangen. In diese Zeit fiel auch seine Ausbildung an der Folkwang-Schule in Essen bei Otto Steinert, dem wichtigsten Lehrer für Fotografie, den es damals in Deutschland gab.
Einen "Nachkriegsblick auf eine Nachkriegswelt" wirft Walter Vogel in seinen Bildern auf das Deutschland der fünfziger Jahre, meint Benedikt Erenz. Dabei stelle er statt abstrakter "Muster und Strukturen" lieber "das Leben selbst" dar, meist also Menschen. Die Freude des Aufbruchs aus dem engen "Adenauer-Deutschland", von der der Künstler erfasst wurde, nachdem er sich den Avantgardekreisen angeschlossen hatte, scheint auf den Rezensenten übergesprungen zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.01.2003
Die Kritik des mit "flow" zeichnenden Rezensenten zu Walter Vogels Bildband ist kurz, knapp und hellauf begeistert. Als Laie und mit bescheidener Ausstattung habe Vogel Anfang der fünfziger Jahre begonnen, seine Heimatstadt Düsseldorf und das Ruhrgebiet zu fotografieren, berichtet der Rezensent. Besonders gefällt ihm dabei, dass Vogel die junge Bundesrepublik in ihren Widersprüchen einfange: zwischen Wirtschaftswunder und Kleinbürgeridylle, zwischen vermeintlicher Eleganz und gediegenem Mief. Eindeutiges Urteil des Rezensenten: "Klar, einfach und streng sind seine Aufnahmen und deshalb wunderschön."
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