Im Auftrag von Netzwerk Memoria herausgegeben von Rudolf Habringer und Walter Kohl.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.06.2004
Sehr wohl hat sich Karl-Markus Gauß bei der Lektüre dieser von seinen Landsleuten aus Oberösterreich verfassten Erinnerungen nicht. Zustande gekommen ist das Buch, nachdem Privatleute einem Aufruf der Herausgeber gefolgt waren, ihre Erinnerungen, Tagebücher, Fotos für ein Buch zur Verfügung zu stellen. Vorbild war dabei Walter Kempowskis "Echolot". Zur Überraschung der Herausgeber schilderten fast alle Briefe Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg. Versammelt sind jetzt "über achtzig Stimmen", die zusammenmontiert wurden. Der Tonfall reicht, so Gauß von "bitterer Naivität" ('Die Kazetler mussten so viel leiden') bis zu harmlosen Alltagsgeschichten ('Nachdem wir das Auto 15 Jahre gehabt hatten, gehörte es praktisch schon als Familienmitglied zu uns.') Einen "humanistischen Fortschritt" mag Gauß da nicht erkennen.
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