Herausgegeben von Bernd-M. Beyer. Walther Bensemann gilt als eine prägende Figur der Fußballgeschichte. In Süddeutschland wirkte er Ende des 19. Jahrhunderts als legendärer Pionier; während der Weimarer Zeit gründete er den Kicker und glänzte als scharfsinniger Beobachter des Spiels. Nie hat jemand im deutschen Sport geschliffener geschrieben , urteilte später der renommierte Sportfeuilletonist Richard Kirn. 1933 musste der Kosmopolit jüdischer Herkunft in die Schweiz emigrieren, wo er ein Jahr später starb. Seit 2006 erinnert an ihn der Walter-Bensemann-Preis, der bisher an Franz Beckenbauer und an Alfredo di Stefano verliehen wurde. Das vorliegende Buch versammelt Bensemanns beste Kicker-Beiträge aus den Jahren 1920 bis 1933.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2008
Es scheint vor allem die kluge Auswahl Bernd-M. Beyers zu sein, die dem Rezensenten diese frühen Fußball-Glossen goutabel macht. Zwar lobt Jochen Hieber den "Kicker"-Gründer Walther Bensemann als stets pointiert arbeitenden, sämtliche kulturellen Aspekte des runden Leders berücksichtigenden Pionier der deutschen Sportpublizistik. Dessen notorische Weitschweifigkeit und "Hang zum biedermeierlich Behaglichen" allerdings drohen ihm auf die Nerven zu gehen. Dass die Lektüre im charmanten Bereich bleibt und Bensemanns "untrügliche" Analyse und Argumentation für den Rezensenten eine Freude - dem Herausgeber sei Dank.
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