Wassily Kandinsky

Vergessenes Oval

Gedichte aus dem Nachlass. 1866 - 1944. Deutsch-Russisch
Cover: Vergessenes Oval
Verlagshaus Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783945832226
Kartoniert, 200 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Alexander Graeff. Herausgegeben und übersetzt von Alexander Filyuta. Illustriert von Christoph Vieweg. Wassily Kandinsky (1866-1944) ist einer der bedeutendsten Maler der Moderne. Er gilt als Wegbereiter der Abstraktion, schrieb einflussreiche theoretische Reflexionen und - Gedichte. Mit "Vergessenes Oval" werden seine nachgelassenen deutsch- und russischsprachigen Gedichte zum ersten Mal einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Die hier versammelten Prosagedichte zeigen Kandinskys Weg zur Abstraktion auf literarischer Ebene und dokumentieren die Vielfalt und Geschwindigkeit der Moderne. Durch seinen genauen Blick auf das Konkrete und seine Lust an der Sprache entstehen Texte, in denen die Positionen der Moderne vorweggenommen werden: Dadaismus und Konkrete Poesie. Dinge sprechen, Farben bedeuten, aus Namen werden Silben, Begegnungen enden im Absurden. In Kandinskys Gedichten kann man de Avantgarde bei ihrer Entstehung zusehen.
Die russischsprachigen Texte wurden von Alexander Filyuta neu ins Deutsche übertragen. Den Text begleiten Illustrationen von Christoph Vieweg, der sich zugleich an das dichterische wie bildnerische Werk Kandinskys annähert. Mit der neugierigen Behutsamkeit eines Forschers dokumentieren seine Bilder Fragen der Wahrnehmung und die Möglichkeit ihrer Darstellung. So ergeben sich überraschende Zugänge zu einem Künstler, den man längst zu kennen glaubte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2017

Felix Philipp Ingold lässt sich selbst von schweren editorischen Mängeln nicht abhalten, Wassily Kandinskys Dichtung zu preisen. Als Vorläufer des russischen Futurismus wie des französischen Surrealismus erscheint ihm der dichtende Maler oder malende Dichter in den aus dem Nachlass herausgegebenen lyrischen Texten. Dreißig Jahre vor Dada, meint Ingold, zeigt sich Kandinsky hier als souveräner Buchstabenakrobat, der mit Witz und Hintersinn jongliert. Dass dies übersetzerisch kaum nachzuvollziehen ist, nimmt Ingold hin. Den "mikroskopischen" Kleindruck, die Anpassung der Texte an die neue deutsche Rechtschreibung sowie der Verzicht auf Quellenhinweise und ein Inhaltsverzeichnis kann Ingold jedoch nicht akzeptieren.

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