Im Streit um die Stationierung der Mittelstreckenraketen in den 80er Jahren erlebte Deutschland mit massenhaften Blockaden von Militäreinrichtungen und einer auffälligen Unsicherheit der höchsten Gerichte in der Beurteilung von derlei Aktionen eine innenpolitische Krise. Werner Offenloch schildert aus der Sicht eines für die Blockaden in Mutlangen zuständigen Amtsrichters die Ereignisse und stellt die von ihm als Richter vertretene Position dar. Er geht davon aus, dass juristische Aussagen nur möglich sind, wenn man sich des transzendentalen Charakters des Begriffs des Rechts bewußt bleibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2005
Als "nüchtern dokumentierende und kritisch reflektierende Nachlese" der zahlreichen Gerichtsverfahren gegen Personen, die Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre mit Sitzblockaden gegen die Stationierung von Pershing-II-Raketen auf deutschem Boden protestierten, würdigt Ernst-Wolfgang Böckenförde dieses Buch von Werner Offenloch, der als Richter damals mit zahlreichen Blockadeprozessen befasst war. Offenloch zeige, dass in der wechselhaften Rechtsprechung in den Prozessen die Orientierung an den Rechtsprinzipien zurückgetreten oder teilweise verlorengegangen ist. Offenlochs Durchmusterung der Fälle fällt Böckenförde zufolge zwar kritisch aus, doch hebt er hervor, dass Offenloch die Regeln juristischer Argumentation strikt beachtet, fernab jedes emotionalen Überschusses. Böckenförde findet seine Analysen jedenfalls "durchgehend überzeugend". Selbst wenn er manchen Einzelfall anders beurteilt, sieht er in dem Band ein "ungemein wichtiges Lehrstück". Das Resümee des Rezensenten: "Eine bessere Pflichtlektüre für angehende, aber auch praktizierende Juristen zum Erwerb oder der Bekräftigung juristischer Urteilskraft lässt sich kaum vorstellen."
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