Ende der 1970er Jahre spitzte sich der Kalte Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA erneut zu. 1983 ließ die NATO Nuklearraketen in der Bundesrepublik Deutschland und in anderen westeuropäischen Ländern stationieren. Vor allem die schwäbische Gemeinde Mutlangen rückte damals als Standort von Pershing-II-Raketen in den Fokus der Friedensbewegung und der Öffentlichkeit. Bis 1987 fanden dort jahrelang Proteste statt, vor allem Sitzblockaden, bei denen es entgegen behördlicher Befürchtungen jedoch nie zu Gewaltausschreitungen kam. Richard Rohrmoser beschreibt die Entwicklung Mutlangens zu einem Symbolort der Friedensbewegung. Seine Studie geht zudem der Frage nach, welche Folgen die massenweise Praktizierung und der juristische Diskurs über den zivilen Ungehorsam der Friedensaktivist_innen für die bundesdeutsche Gesellschaft hatten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2022
Rezensent Peter Hoeres erinnert an das demokratische Prinzip der freien Wahlen gegen Richard Rohrmosers "Apotheose zivilen Ungehorsams". Hoeres kommt mit dem Buch nicht klar, weil der Autor keine nüchterne politikhistorische oder rechtspolitische Darstellung der Anti-Pershing-Blockaden 1983 liefert, sondern die Proteste überhöht. Das zeigt sich laut Hoeres an der vom Autor allzu einseitig eingenommenen Perspektive der friedensbewegten Akteure. Eine weitere Sicht von unten, etwa der eingespannten Polizeibeamten, hätte Hoeres gut gefallen. Auch handwerklich überzeugt der Band den Rezensenten leider nicht. Falsch geschriebene Namen, falsch zitierte Quellen und ein sprachliches Niveau, das Hoeres mitunter an "zeitgenössische Flugblätter" erinnert, versauern ihm die Lektüre.
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