Dieses längst überfällige Buch verdeutlicht zweierlei: zum einen den Übereifer des Gesetzgebers und zum anderen den Ruf des Bürgers nach Gesetzen. Bei fast jedem Reformvorhaben wird Deregulierung versprochen, doch jede Reform ist mit einem Wust neuer Gesetze, Vorschriften und Regeln verbunden. Die Menge der zu verabschiedenden Gesetze bringt es mit sich, dass sich in zunehmendem Maß "handwerkliche" Fehler einschleichen. Dieses Buch bleibt nicht bei einer Beschreibung des beklagenswerten Zustandes stehen, sondern versucht die Gründe aufzuzeigen und Voraussetzungen zu nennen, die einer Gesetzesflut Einhalt bieten können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2005
Durchaus nachvollziehen kann Rezensent Milos Vec die Klage über zu viele und zu schlechte Gesetze, die der Versicherungsjurist Wieland Kurzka in seinem Pamphlet "Im Paragrafenrausch" anstimmt. Recht gibt er ihm aber nur zum Teil. Das Verdienst des Buches sieht er in dem "anschaulichen Überblick" über eklatante Fehlleistungen des Bundesgesetzgebers und der EU, den der Autor zusammengestellt hat. Vec lobt insbesondere die Aktualität der Beispiele und die Systematik in der Analyse. Andererseits bemängelt er die polemische statt sachliche Argumentation und die so selektiven wie schlampige Belege. Zudem kann er Kurzka Ansicht nicht teilen, das Übel der Vielregiererei fuße vor allem auf dem verlorenen "Wertgrundkonsens" der Gesellschaft
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