Die vorliegende Arbeit setzt sich erstmals grundlegend mit dem Straftatbestand des Verschwindenlassens einer Person auseinander. Sie zeigt die vielfältigen Probleme auf, die sich aus der Transposition der ursprünglich völkerrechtlichen Konzeption ins Strafrecht ergeben, das gleichzeitig die Grundrechte der Täter zu respektieren hat. Ausgehend von einer weit reichenden Bestandsaufnahme der Erscheinungsformen der Tat und der einschlägigen völker- und strafrechtlichen Rechtsprechung klärt der Autor die Notwendigkeit dieses neuen Tatbestands, indem er dessen spezifisches Unrecht benennt. Im Weiteren befasst er sich mit der konkreten Ausgestaltung des Tatbestands, wobei er besonderes Augenmerk auf die Zurechnung der Tat zum einzelnen Täter legt. Als konstruktiven Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung steht am Ende der Untersuchung ein aus den Erkenntnissen der Arbeit gewonnener Tatbestandsentwurf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2007
Mit Interesse und Zustimmung hat Milos Vec zwei juristische Dissertationen über die rechtlichen Interventionsmöglichkeiten gegen das spurlose Verschwindenlassen von Menschen durch Staaten oder andere Organisationen gelesen. Christoph Grammer geht es in seiner Arbeit vor allem darum, einen Strafbestand herauszuarbeiten, mit dem das Verschwindenlassen von Personen juristisch verfolgt werden kann, erklärt der Rezensent. Die Berichte des Autors über diese Praxis in lateinamerikanischen Ländern fand Vec ziemlich beklemmend und insgesamt überzeugten ihn die Argumente des Autors als nachvollziehbar, wenn er sich durch die Arbeit auch vor allem daran erinnert sieht, wie fragil scheinbar so sichere Werte wie "Ordnung und Freiheit" sind.
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