Der militante Islamismus, der den Weltfrieden bedroht, hat seine Gestalt nicht erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten gewonnen. Seine moderne Geburtsstunde schlug 1979 in Iran und Saudi-Arabien. Wilfried Buchta zeichnet die seither anhaltenden Spannungen und Entwicklungen innerhalb der islamisch-arabischen Welt nach, und er macht deutlich, welche fatale Rolle die Konfessionskonflikte zwischen Sunniten und Schiiten dabei spielen. Er schildert den Aufstieg von radikalen Glaubensführern und erklärt, warum es keinen theologischen Mainstream gibt, der den extremen Positionen der "Strenggläubigen" und dem Terrorismus etwas entgegensetzen könnte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2016
Moritz Behrendt kann sich angesichts des Zukunftsszenarios nur gruseln, das ihm der Islamwissenschaftler Wilfried Buchta präsentiert. Die Einsicht, wie die islamische Welt in zehn Jahren aussieht, scheint Behrendt jedoch wenig hilfreich bei der politischen Entscheidungsfindung. Spannend ist das Buch für ihn aber auch so, durch Buchtas nüchterne Analyse der Erfolgsgeschichte des Fundamentalismus mit dem Schlüsseljahr 1979 und seine klärende Gegenüberstellung von schiitischem und sunnitischem Fundamentalismus. Wenn Behrendt suggeriert, dass Islam und Moderne unvereinbar seien, fühlt sich der Rezensent zu Widerspruch aufgefordert.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 18.10.2016
Rezensent Andreas Fanizadeh versteht zwar den Pessimismus, mit dem der Islamwissenschaftler Wilfried Buchta die derzeitige Lage im Nahen Osten einschätzt, kann ihn jedoch nicht teilen. In seinem knapp und verständlich geschriebenen Essay schildert Buchta mit fundiertem Wissen und viel Empathie für die islamische Welt, wie extremer Nationalismus in religiösen Fundamentalismus münden kann und erkennt auffällige Gemeinsamkeiten zwischen der Situation vor der iranischen Revolution 1979 und den heutigen Entwicklungen, erfahren wir. Während er jedoch aus der Lage im Irak pessimistische Schlüsse zieht, was die Möglichkeiten ausländischer Intervention anbelangt, sieht der Rezensent die Sache etwas optimistischer: Seiner Ansicht nach können Interventionen unter bestimmten Voraussetzungen auch gelingen. Buchta, kritisiert er, tendiere in seinem Pessimismus dazu, die Entwicklungen "hermetischer" zu beschreiben, als sie eigentlich sind.
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