Iran und Algerien unterscheiden sich in vielen Gesichtspunkten. So steht im Iran die schiitische, in Algerien jedoch die sunnitische Glaubensrichtung im Vordergrund. Algerien ist ein nordafrikanisches, ehemaliges Kolonialland, geprägt von einer arabisch-berberisch-französischen Kultur. Iran dagegen, mit einer nicht-arabischen Kultur, befindet sich im asiatischen Raum und stand nur teilweise unter Kolonialherrschaft. Auch die Modernisierung beider Länder basiert auf unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Systemen: Während Algerien ein sozialistisches System als Grundlage diente, stützte sich der Iran auf ein kapitalistisches System. Trotz dieser Differenzen führten endogene wie auch exogene Faktoren in beiden Ländern zur Entstehung einer islamisch artikulierten Massenbewegung, die im Iran zur Aufhebung der Monarchie und Gründung einer islamischen Theokratie führte, in Algerien jedoch durch einen Militärputsch an der Machtübernahme gehindert wurde.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2004
Rezensent Wolfgang G. Schwanitz hebt den "klugen Ansatz" dieser Dissertationsschrift von Amir Sheikhzadegan hervor. So beschreibe Sheikhzadegan den Islam nicht allein als "kulturellen Faktor", der zu antimodernistischen Bewegungen führe; vielmehr werde hier die islamische Welt im Wechselspiel mit weltpolitischen Faktoren wie dem Kalten Krieg und der Globalisierung gesehen. Der Islam wird damit - meint Schwanitz - auch als "Wunsch nach den Idealen" des Westens interpretierbar. Des weiteren findet er "attraktiv", dass sich die Studie mit zwei sehr unterschiedlichen Ländern mit unterschiedlicher Geschichte befasst, mit dem Iran und Algerien. Schawnitz lobt, dass Sheikhzadegan "ungeschminkt" die jeweiligen Regime darstelle, gleichzeitig aber auch "ungenutzte Potenzen für eine diesem Raum eigene Moderne" sehe.
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