"Wir alle gehen mit Thieren um, behandeln und mishandeln sie auf mancherlei Art. Aber wie viele sind unter uns, welchen einmal Zweifel und Bedenklichkeiten darüber sich aufdrangen? Wie viele untersuchten wohl je, oder fragten sich nur im Ernste: Hab ich auch ein Recht, die Thiere so zu behandeln oder zu gebrauchen? worauf sollen sich wohl meine Rechte gegen Thiere gründen? Wie weit erstrecken sie sich? Welche Handlungen gegen die Thiere sind also gut oder boes? recht oder unrecht? Welche sind die sittlichen Verhaeltnisse zwischen Mensch und Thier? So weit gehen wir nicht. Wir streben die aeussersten Grenzen des menschlichen Wissens zu erreichen, und das, was wir zuerst betrachten sollten, würdigen wir keines Blicks. Wie andere vor und neben uns handeln, so handeln wir auch. Daß man auch anderst mit empfindenden Wesen umgehen koenne, als es bisher meistens geschehen ist, daß man seine Gewalt misbrauchen, und Fehler begehen koenne, faellt uns gar nicht einmal ein. Wir verlachen den, als einen Pinsel, der sich so etwas traeumen laeßt, und uns darauf aufmerksam machen will."
Das Buch zum Rinderwahnsinn, das Benedikt Erenz da gelesen hat, ist schon gut 200 Jahre alt - und absolut weise, wie der Rezensent findet. Erschienen ist der "treffliche kleine Traktat", verfasst 1787, bereits 1997, und das in einer Ausgabe, für deren Aufmachung und Nachwort Erenz gleichfalls lobende Worte hat. Was der Autor nun "ganz im Stil aufklärerischer Abhandlungen" sorgfältig erwägt, nämlich die Hybris des Menschen im Umgang mit der Kreatur, meint Erenz, sei eine Lektion, von deren Beherzigung nicht weniger als das Überleben der Menschheit abhänge. Sollte dies noch erwünscht sein: Lesen!
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