Der Gründer des Deutschen Museums München, Oskar von Miller (1855-1934) - 150. Geburtstag am 7. Mai 2005 - zählt zu den bemerkenswertesten Persönlichkeiten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Dem visionären und phantasievollen Ingenieur, begnadeten Organisator und geschickten Industrie- und Wissenschaftspolitiker verdanken wir nicht nur die Grundlagen unserer modernen Energieversorgung. Insbesondere das von ihm 1903 gegründete und schnell zu Weltruhm gekommene Deutsche Museum in München machte ihn zu einer der einflussreichsten Personen seiner Zeit. Gilt allein schon seine vorausschauende Konzeption eines deutschlandweiten Stromnetzes als Meisterleistung der Ingenieurskunst, so speist sich Oskar von Millers heutige Bekanntheit wesentlich aus der Bedeutung des Deutschen Museums, zu dem Kaiser Wilhelm II. 1906 den Grundstein legte. Sein mit dem Museum hartnäckig verfolgtes Ziel, der Bevölkerung einen enzyklopädischen Überblick über alle Gebiete der Technik und der exakten Naturwissenschaften zu vermitteln, brachte ein völlig neues und einmaliges Museumskonzept hervor, das weltweit kopiert wurde und dessen Ausstrahlung bis in die heutigen Science Centers reicht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.04.2006
Thomas Meyer ist beeindruckt von Wilhelm Füßls Biografie von Oskar von Miller, dem Gründer des Deutschen Museums in München, weil sie "sehr gut lesbar" ist und nichtsdestotrotz einen komplexen Charakter angemessen darstellt - den Privatmenschen ebenso wie die öffentliche Person. Das gelingt auch dank der vielen Quellen, die hier reproduziert wurden. Millers bewegtes Leben und Denken lasse sich in keine geradlinige Erzählung einordnen, teilt der Rezensent die Einschätzung des Biografen. Stattdessen habe dieser "konsequent historisiert" und damit in geschickter Weise das "Gewöhnliche und das Außerordentliche" des Ingenieurs und Museumsgründers dargestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.04.2005
Oskar von Miller war ein "übler Despot", ein Workaholic, ein Altruist, ein Geizkragen, ein Bayer, ein Bartträger. Er war als selbstständiger Ingenieur, Organisations- und Geldbeschaffungstalent einer der wichtigsten Akteure der deutschen Elektrotechnik im letzten Jahrzehnt des 19. und dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts - er sorgte mit anderen dafür, dass aus "vielen kleinen" Stromnetzen "wenige große" wurden. Er begründete das Deutsche Museum in München. All das ergibt eine spannende Geschichte, und der Rezensent Ernst Horst ist hochzufrieden damit, wie Wilhelm Füßl sie erzählt: chronologisch, pointiert, detailreich und ökonomisch (bis auf ein paar Wiederholungen). Füßl, schreibt er, ist Archivar im Deutschen Museum und hat seinen privilegierten Zugang zu Materialien "redlich" genutzt. Ein fesselndes Buch, allein die "schönen" Fotos fand der Rezensent "zu flau reproduziert".
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