Wenn einer neu in die Klasse kommt und Chlodwig heißt, dann hat er einen schweren Stand. Wenn er obendrein so aussieht wie dieser mit seinen gescheitelten Haaren und den blanken Schuhen, kann er wahrscheinlich super rechnen, aber nicht Fußball spielen. Genauso verhält es sich mit Chlodwig. Dass der Neue ausgerechnet neben Bert sitzt, der bisher aus guten Gründen einen Tisch für sich allein hatte, bringt die Geschichte ans Laufen. Bert hat weder eine Frisur, noch heile Klamotten. Bei ihm zu Hause geht es drunter und drüber, da wird getobt, gestritten, gelacht und manchmal der Strom abgestellt. Als seine Eltern verreisen müssen, will Chlodwig lieber bei Bert wohnen als bei Freunden seiner Eltern, deren Haus so groß, still und sauber ist wie sein eigenes. Bert ist durchaus skeptisch und Chlodwigs Eltern sind es erst recht. Aber Chlodwig hat entschieden: Er zieht ins Tohuwabohu!
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2019
Rezensentin Manuela Kalbermatten empfiehlt dieses Kinderbuch über zwei Jungs aus ganz unterschiedlichen sozialen Verhältnissen - der eine wohlhabend, der andere nicht - die für ein Schulprojekt zusammenkommen und so die Lebensverhältnisse des jeweils anderen kennenlernen. Was der Rezensentin hier so gut gefällt, ist die Tatsache, dass die ungerechte Ungleichheit der Kinder zwar durchaus erkannt wird, aber beide darüber hinaus Erkenntnisse für sich gewinnen, die ihnen ohne diese Erfahrung vielleicht versagt geblieben wären.
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