Aus dem Englischen von Conny Lösch. Laidlaws zweiter Fall! Eck Adamson, ein vagabundierender Trunkenbold, ruft Jack Laidlaw an sein Sterbebett. In seinen letzten kryptischen Worten entdeckt Laidlaw einen Hinweis auf den Mord an einem Gangster und das Verschwinden eines Studenten. Mit der ihm eigenen Dickköpfigkeit kämpft sich Laidlaw durch das Geflecht an Korruption und Gewalt, das Glasgow von ganz oben bis ganz unten durchzieht.
Im Perlentaucher:
Die nötige Muskelspannung
Seine Gangster sind von extremer Bösartigkeit und brutaler Präzision, sie lieben Gewalt. Und ganz sicher dichtet er ihnen keinerlei subversives Potenzial an: "Professionelle Verbrecher sind grundsätzlich konservativ, vielleicht weil sie die Gesetze ernst nehmen müssen, und nur effizient agieren können, wenn sich die anderen an die Vorschriften halten." Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag
Elmar Krekeler ist begeistert. Für ihn ist William McIlvanney nicht nur der Godfather of Tartan Noir, sondern "eine Art kriminalliterarischer Homer der schottischen Industriemetropole im Zeitalter des Thatcherismus", der "Gesellschaftsporträts auf höchstem literarischen Niveau" schreibt. So auch hier: die Armut, Düsternis und Enge Glasgows Anfang der Achtzigerjahre wird in diesem Krimi so präzise miterzählt, dass man meint, man habe sie selbst erlebt, versichert der Rezensent. Das Übermaß an brillanten Formulierung kann allerdings nach einiger Zeit ermüden, warnt Krekeler.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.05.2015
Rezensentin Sylvia Staude freut sich, dass mit "Die Suche nach Tony Veitch" nun auch der zweite Teil von William McIlvanneys "Laidlaw"-Trilogie auf Deutsch wiederentdeckt werden kann. Dem Urteil seiner englischen Verlegerin, die ihn zwischen Raymond Chandler und Albert Camus einordnet, kann sich die Kritikerin bedenkenlos anschließen: Begeistert lässt sie sich von McIlvanneys hochliterarischer Sprache einfangen, bewundert sein Talent, die Handlung tief, die Spannung aber hoch zu halten und wünscht diesem schottischen "writer's writer" schließlich viele Leser.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2015
Bernd Graff zeigt sich restlos begeistert von William McIlvanneys frischer und pointierter Sprache. Das nur scheinbar widersprüchliche Misch-Etikett "Tartan noir" passe gut zu dessen Kriminalromanen, denn sie würden die "urbane Hinterhof-Düsternis" des Glasgow der Siebzigerjahre mit den "leuchtenden Balkongeranien" einer elaborierten und tiefgründigen Sprache verbinden. Die Geschichte um einen todkranken Landstreicher, einen erstochenen Schwerkriminellen und ein Upper-Class-Söhnchen mit Verbindungen zur Unterwelt wird für Graffs Geschmack derart spannend und detailfreudig, witzig und assoziationsreich erzählt, dass dem Rezensenten gar Raymond Chandler in Topform als Referenz in den Sinn kommt.
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