Aus dem Amerikanischen von Manfred Gillig-Degrave. Mit Illustrationen des Autors. Norman Mailer nannte William S. Burroughs einmal den "einzigen wirklich genialen amerikanischen Schreiber". In der Handlung dieses Buches - die im Dschungel von Madagaskar spielt - finden sich viele Elemente, die man auch aus den bekannteren, größeren Werken von Burroughs kennt: Drogen, Paranoia, Lemuren. Doch in "Ghost of Chance" geht es darüber hinaus um Fragen der Ökologie und der Umweltzerstörung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2003
Als "brandaktuelles, wundersam komponiertes Alterswerk" und "glühendes Plädoyer für die Formenvielfalt der Natur" würdigt ein begeisterter Florian Vetsch diesen "elaborierten", von Manfred Gillig-Degrave "kunstvoll übersetzten" "Öko-Roman" von William S. Burroughs. Vetsch liest die um 1700 spielende Geschichte um den Piraten Captain Mission, der auf Madagaskar eine freie Kolonie gründet, die von seinem Gegenspieler, dem Regenwald-Roder und Lemuren-Feind Bradley Martin, vernichtet wird, als radikale Religions- und Zivilisationskritik. Madagaskar versteht er dabei als Chiffre für das "verlorene beziehungsweise in seinen letzten Beständen bedrohte Paradies". Beeindruckt haben ihn insbesondere Burroughs' "trickreich mit Synchronien arbeitende Prosa", die "Subtexte", "reflexiven Blöcke" und "grotesken Durchläufe". Er hebt hervor, dass Burroughs neben der ökologischen auch eine "hellsichtig wahrgenommene" politische Dimension freilegt. Für Burroughs-Anfänger geeignet, dürfte "Ghost of Chance" nach Vetschs Einschätzung auch Burroughs-Kenner bereichern. Darüber hinaus legt er den Roman "allen Freunde" der bedrohten Regenwälder und einzigartigen Lebensformen Madagaskars als einen "literarischen Hochgenuss" ans Herz.
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