Die Erforschung der Geschichte und Architektur des Nationalsozialismus bildet einen Schwerpunkt in der Arbeit des Architekturhistorikers Winfried Nerdinger. Zu seinem 60. Geburtstag werden zwölf der prägnantesten, zum Teil unpublizierten Beiträge zum Verhältnis von Architektur und Macht in Deutschland, Italien und der Sowjetunion versammelt. Seine pointierten Stellungnahmen behandeln Themen wie die Moderne im Nationalsozialismus, den internationalen Klassizismus der dreißiger Jahre, die Architektur im Stalinismus und Faschismus oder die "Erinnerung auf Sparflamme" in Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.03.2005
Als "dringend benötigte geistige Grundnahrung" hat Jürgen Tietz Essay-Band des Architekturhistorikers Winfried Nerdinger aufgenommen. Mit scharfem Blick und differenzierter Argumentation behandelt Nerdinger darin sein Thema Architektur und Macht, mit besonderem Schwerpunkt auf der nationalsozialistischen Baupolitik. Sehr treffend findet Tietz hier herausgearbeitet, dass sich Nazibauten nicht in eine generelle neoklassizistische Strömung der dreißiger Jahre einordnen lassen, wie es offenbar verschiedene Forschungsansätze tun, sondern sich einerseits durch die besondere Verwendung von Achse, Symmetrie und Monumentalität auszeichnen, andererseits durch ihre Mittelmäßigkeit beziehungsweise, wie Tietz Nerdinger zitiert durch eine "neureiche Spießigkeit sowie ein Protzen in luxuriösen Materialien".
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