Aus dem Polnischen und mit einem Vorwort versehen von Olaf Kühl. Das Buch einer Rückkehr. Nach 24 Jahren im argentinischen Exil kehrt er Pole und Weltbürger Gombrowicz 1963 nach Europa zurück und lebt ein Jahr in Berlin: "In dieser Stadt verbindet sich das Winseln, das Heulen eines idiotischen Hundes, eines makabren Hundes mit einem imponierenden Willen zur Normalität." Und über die Deutschen: "... wer weiß, vielleicht wollten sie gar keine Deutschen mehr sein, in die Welt geworfen, von Anfang an beginnend, nach weitesten Horizonten verlangend."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2014
Von wegen Berlin. Marta Kijowska stellt klar, worum es in diesem Büchlein einzig geht: um den Autor selbst. Was das enfant terrible der polnischen Literatur in Berlin anno 1963 erlebte und aufschrieb, hat für die Rezensentin etwas Morbides. Das liegt für sie am Fehlen des sarkastischen Tons des Autors. Die deprimierende Menschenleere und Tristesse Berlins beschreibt Witold Gombrowicz laut Kijowska ferner als Spiegel seiner eigenen fruchtlosen Bemühungen, hier Kontakte zu knüpfen oder auch nur ein passendes Kaffeehaus zu finden.
Katharina Döbler würde sich wundern, dass der polnische Exil-Schriftsteller Witold Gombrowicz in seinen "Berlin Notizen" das Berlin der frühen Sechziger als idyllisch lobte und die Menschen für ihre Freundlichkeit, Gutmütigkeit und Ruhe - hätte er nicht selbst zugegeben, dass er immer mehr über sich selbst als über die Städte schreibe, die er besuche. Also dreht er sich, oft zulasten der Verständlichkeit, vor seinem sprachlichem Spiegel und fabriziert dabei Visionen, die erst im Nachhinein luzide wirken, erklärt die Rezensentin, webb er etwa "Kombinationen des kollektiven Lebens" voraussagt, die das Individuum übersteigen sollten. Ein paar Jahre später begann die Studentenbewegung, erinnert Döbler.
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