1947 traf Simone de Beauvoir auf ihrer ersten Amerikareise den Schriftsteller Nelson Algren, der später mit seinem Roman "Der Mann mit dem goldenen Arm" (von Otto Preminger verfilmt) weltberühmt wurde. Eine große Liebe beginnt, die drei Jahre halten sollte, dann in Freundschaft überging und schließlich, auf Algrens Seite, in Entfremdung umschlug: Die Beauvoir hatte ihre Beziehung literarisch verarbeitet, was er ihr übelnahm. Und ihr "Pakt" mit Sartre war nicht leicht zu ertragen für einen Mann, der die Beauvoir liebte und sie heiraten wollte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Hannelore Schlaffer bleibt eine Bewunderin des berühmten Modells einer Liebe, die von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir vorgelebt wurde: der "Treue in der Treulosigkeit". Sie schildert dieses Modell als ein aristokratisches Ideal der Libertinage, das von dem Paar ins bürgerliche Zeitalter übertragen worden sei. Dass Beauvoir hier Sartre ebenbürtig gewesen sei, belege ihr Briefwechsel mit dem amerikanischen Schriftsteller Nelson Algren (dem Autor des "Manns mit dem goldenen Arm"). Hier lebe Beauvoir eine mädchenhaft-romantische Liebe neben der großen Liebe zu Sartre, die sie nicht in Frage stelle. Trotz ihrer Bewunderung findet Schlaffer allerdings, dass Beauvoir diese Liebe ein wenig als eine Art intellektuelle Übung betreibe und attestiert ihr "die Aufgeräumtheit einer Krankenschwester". Nebenbei sei der Briefwechsel ein Zeitdokument über das Paris der fünfziger Jahre. Einige Briefe gäben auch interessante Erzählungen aus dem zerstörten Berlin von 1948. Die Übersetzung lobt Schlaffer für ihre Eleganz.
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