Ob Griechen, die Italienisch sprechen müssen, weil sie eine Pizzeria besitzen, ob russischer Telefonsex oder die steile Karriere eines Studenten aus der Ukraine vom Tellerwäscher eines Krokodil-Steakhauses zum "Manager" eines Kürbiskern-Stands - Wladimir Kaminer versteht es meisterhaft, seine Figuren mit Charme und Humor zum Leben zu erwecken.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2000
Claus-Ulrich Bielefeld gerät bei diesem Buch richtig ins Schwärmen: Ein "Glücksfall" sei es, dass der russische Autor 1990 nach Berlin gekommen ist und seine Erlebnisse in kurzen Texten verarbeitet hat, die man als "Mini-Romane" bezeichnen könne. Trotz ihrer Verankerung im alltäglichen Leben seien die Geschichten voller Überraschungen, die unter dem Blick dieses "fröhlichen Ethnologen" ins "Surrealistische" glitten. Der Rezensent lobt die Leichtigkeit der Texte, die trotz der scheinbaren Mühelosigkeit "raffiniert konstruiert" sind und findet die "freche und gewitzte" Erzählweise Kaminers einfach hinreißend. Solange der allseits erwartete "große Berlinroman" noch nicht vorliegt, meint der Rezensent, kann man sich getrost an diese kurzen Geschichten halten, die "bunt, verwirrend, chaotisch" von Berlin aus der Sicht eines Russen erzählen.
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