Zurück zur Abschottung der Konfessionen? Nein. Aber auch keine Verwischung der Unterschiede. Denn das Unterscheidende ist nicht das Trennende. Der Ratsvorsitzende der EKD fordert Mut zum Bekenntnis und Respekt vor unterschiedlichen Traditionen. Was es braucht: Klare Profile statt diffuser Undeutlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2007
Mehr Lob als Tadel verteilt der katholische Kardinal Walter Kasper an den evangelischen Kollegen Wolfgang Huber, der hier Vorschläge zur Ökumene der beiden Kirchen unterbreitet. Nicht mit jedem Punkt der Darstellung ist Kasper einverstanden - so will er Hubers Ableitung der Menschenrechte aus der Reformation nicht umstandslos mitmachen. Erleichtert ist Kasper aber darüber, dass es nicht auf eine "Kuschelökumene" hinauslaufen soll, die die bestehenden Unterschiede der theologischen Auffassungen, also die unterschiedlichen "Profile" der Kirchen ignoriert. Widerspruch erntet Huber allerdings mit dem Vorwurf, die katholische Kirche akzeptiere die Ökumene nur zu den eigenen Bedingungen. In Wahrheit ließe sich Huber nämlich, findet der Rezensent, derselbe Vorwurf machen. Und eben deshalb bleibe sein Vorschlag zu einer "Ökumene der Profile" auch "auf halber Strecke" stecken.
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