Die Lebensentwürfe, Wertvorstellungen, religiösen und kulturellen Hintergründe der Menschen werden immer vielfältiger. Manche erleben dies als Bereicherung, nicht wenige aber als Last. Was muss die Gesellschaft, was muss der Einzelne tolerieren und wo liegen die Grenzen der Toleranz? Wie viel Andersartigkeit muss man erdulden und wie viel Kritik aushalten? In seinem neuen Buch streitet Joachim Gauck für eine kämpferische Toleranz. "Ich war und bin bis heute der Meinung, dass es kein Laisser-faire geben darf gegenüber jenen, die Pluralität und Toleranz mit Füßen treten. Toleranz, die Nachsicht und Duldsamkeit preist gegenüber den Verächtern der Toleranz, hilft den Tätern und nicht den Opfern. Intoleranz gegenüber einer Intoleranz, die Menschen unterdrückt und verachtet, ist eine Haltung von Demokraten im Namen der Menschenwürde."
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.07.2019
Gudula Geuther denkt mit Joachim Gauck über Toleranz nach. Eine Verschiebung des Diskurses nach rechts kann sie im neuen Buch des Altbundespräsidenten nicht entdecken, dafür aber das Werben um Verständnis für Konservative. Anregend findet Geuther Gaucks Gedanken über die Rolle von Toleranz in der Gesellschaft, vor allem, wenn der Autor persönlich über DDR-Sozialisation nachdenkt und die Überforderung durch das Fremde. Weniger überzeugend findet Geuther die Schlussfolgerungen im Band. Zu weit gestreut und zu wenig gestützt durch Argumente, meint sie. Das liberal-konservative Weltbild des Autors wird gleichwohl deutlich, so Geuther.
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