Mit großer Offenheit erzählt Hans Küng das Leben "meiner letzten drei Jahrzehnte". Er beschreibt, wie der Versuch der römischen Kirche scheitert, ihren gefährlichsten (weil aus dem Inneren der Kirche stammenden) Kritiker zu isolieren. Die Macht des Papstes reicht auch im ausgehenden 20. Jahrhundert noch weit und könnte das Leben eines Priesters und Professors zerstören. Küng aber wehrt sich - und bleibt Sieger. Er erschließt sich neue Felder, von der Ökumene der Weltreligionen bis hin zum epochalen "Weltethos", und wird weltweit als einer der großen wegweisenden Denker gesehen. Bunt, spannungsreich, aufregend sei sein Leben gewesen, resümiert Küng, und lässt den Leser teilhaben an Kämpfen und Krisen, an Begegnungen mit den Großen der Erde und seinen eigenen Erkenntnissen über sein Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013
Auch mit diesem letzten Teil von Hans Küngs Autobiografie ist für den Rezensenten Hans Maier das letzte Wort noch nicht gesprochen, genauer: das letzte Wort im Drama Küng und die Päpste. Im Buch findet Maier indessen Küngs heiße Zeit zwischen 1980 und heute sehr persönlich dokumentiert. Nicht zuletzt der Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis am Beginn dieser Zeitspanne wirft für den Rezensenten aber auch ein Licht auf kirchliche und politische Zeitgeschichte. Desweitern erfährt Maier, wie sich der streitbare Theologe in den Dialog mit den Religionen und Kulturen warf, die Welt bereiste, freilich, so Maier, immer unter der Voraussetzung der Überlegenheit des abendländischen Glaubens. Dass der Autor bei alldem seine Eitelkeit und Genussfreude nicht verschweigt, findet Maier eher sympathisch. Ebenso die Wärme, die er in diesem altersmilden und möglicherweise doch letzten Buch Küngs spürt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2013
Vom soeben erschienenen dritten Band der Memoiren des Theologen Hans Küng ist Bernhard Lang ebenso angetan wie von den ersten beiden. Der Katholik ist bekannt, für seine kirchenkritischen Texte, für die er zeitweise zu einem Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis führte. In "Erlebte Menschlichkeit" erkennt Lang als Leitthema nicht mehr nur den katholischen Glauben, sondern eine Auseinandersetzung mit den Weltreligionen. Für den Kritiker ist der Geistliche nicht bloß ein scharfsinniger Chronist der Gegenwart, sondern auch ein "brillant kommentierender Essayist". Und so liest er Küngs Abhandlungen über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Religionen mit Vergnügen. Er verweist zudem auf die deutsch-schweizerische Fernsehserie über Weltreligionen, bei der Küng Regie führte.
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