Wolfgang Kraushaar

Achtundsechzig

Eine Bilanz
Cover: Achtundsechzig
Propyläen Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783549073346
Gebunden, 256 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

1968 das Jahr, an dem sich bis heute die Geister scheiden. Für die einen bedeutet es Aufbruch, Revolte und Emanzipation, für die anderen Flirt mit dem totalitären Kommunismus, Werteverfall und Geburtsstunde des RAF-Terrors. Was wollten die Achtundsechziger, was haben sie erreicht? Vierzig Jahre danach zieht der Historiker Wolfgang Kraushaar kritisch Bilanz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.03.2008

Mit Lob bedenkt Johano Strasser dieses Buch über die 68er-Revolte von Wolfgang Kraushaar. Die Darstellung hält er für ausgewogen, unparteiisch und "differenziert", was er angesichts der Emotionalität, mit der dieses Thema immer noch diskutiert wird, zu schätzen weiß. Zustimmend äußert er sich über Kraushaars Behandlung der 68er-Revolte als internationales Phänomen, das lange vor 1968 begonnen habe. Er attestiert er dem Autor, anhand von Quellen nicht nur "religiös konnotierte Vorstellungen einer radikalen Umkehr" bei den 68ern aufzuzeigen, sondern auch Verhaltensmuster aus der romantischen und der vitalistisch-lebensphilsophischen Tradition. Auch im Blick auf die Wirkungen von Achtundsechzig schließt sich Strasser dem Autor weitgehend an. Allerdings moniert er eine zu starke Ausrichtung des Buchs auf die Gruppen, die am spektakulärsten auftraten, und eine Vernachlässigung des reformistischen Teil der Bewegung.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.03.2008

Der Debatte um 1968 widmet Stefan Reinecke gleich einen ganzen Stapel Besprechungen. Wolfgang Kraushaars "Achtundsechzig" versinke anders als andere Titeln zum Thema nicht in narzisstischer Selbstbeweihräucherung oder Selbstkritik, lobt Stefan Reinecke. Obwohl Kraushaar selbst eine der handelnden Personen von Achtundsechzig war, habe er sich durch präzise Recherche und Darstellung der Zeit verdient gemacht, und dabei auch ihre weniger appetitlichen Seiten wie die Selbstüberschätzung der Revoltierenden oder den antisemitischen Bodensatz in Teilen der Bewegung aufgezeigt. Im vorliegenden Band fasst Kraushaar allerdings im wesentlichen seine alten Befunde zusammen, berichtet der Rezensent. Kraushaar beschränke sich nicht auf die Betrachtung der von deutschen Achtundsechzigern produzierten Texte, sondern bezieht auch kulturelle Aspekte wie Kinderläden und Psychosekten mit in seine Bilanz ein, lobt er. Letztlich vermisst Stefan Reinecke an Kraushaars Band jedoch eine neue These sowie eine "deutende Richtung".

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…