Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.03.2007
Angetan zeigt sich Rezensent Hermann Unterstöger von Wolfgang Mieders Buch über die Zitier- und Verballhornungsgeschichte von Descartes' "Cogito, ergo sum". Er bescheinigt dem Autor, die Karriere dieses philosophischen Satzes minuziös anhand einer Fülle von Material nachzuzeichnen. Auch über den Ursprung des Satzes bei Descartes fühlt er sich von Mieder gut informiert. Die Vielzahl von Zitaten, Bearbeitungen und Parodien zu verfolgen, hat seines Erachtens durchaus Unterhaltungswert. Dass nicht alle Texte das Niveau von Leibniz oder Kant erreichen und das Gros der Adaptionen merklich darunter liegt, verwundert ihn nicht weiter. Deutlich wird für ihn, dass das "Cogito, ergo sum" das Schicksal aller Groß-Zitate teilt, sich abzunutzten und eine "innere Disposition zur Parodie" (Lutz Röhrich) zu bekommen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…