Wolfgang Rihm ist unzweifelhaft der vielseitigste, einfallsreichste und produktivste Komponist der Gegenwart. Sein anscheinend unerschöpfliches Arbeiten verwirklicht sich in allen möglichen musikalischen Gattungen, sei es die Kammermusik oder die Oper, Musik fürs große Orchester oder der Liedgesang. Peter Trawny, der Rihms Schaffen seit den achtziger Jahren aufmerksam verfolgt, besuchte Rihm in Karlsruhe, um mit ihm Fragen der Ästhetik, der Musikgeschichte und überhaupt des Lebens zu besprechen. Darin wird immer wieder deutlich, was Rihm unter "Musikalischer Freiheit" versteht. Freiheit ist schlechthin der Raum und die Zeit, in dem Kunstwerke entstehen können; fast schon eine Provokation, wenn man bedenkt, mit welchen Beschränkungen es künstlerisches Schaffen heute zu tun hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2023
Rezensent Jan Brachmann lernt in den beiden Gesprächen zwischen Wolfgang Rihm und Peter Trawny, dass es eine Stille nicht gibt. Darüber hinaus lernt er Rihm als großen Unbestechlichen kennen, der sich nicht von der Industrie oder den Medien diktieren lässt, was musikalische Größe ist und wohin die Reise eines Komponisten gehen sollte. Welche Rolle der Körper beim Hören und Musikschreiben spielt, vermitteln die Gespäche auch, freut sich der Rezensent, der an Rihms Ausführungen nicht zuletzt schätzt, dass sie ohne den Jargon der Musikästhetik auskommen. Stattdessen bieten sie künstlerische Pragmatik, so Brachmann.
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