Wolfgang Ruge

Stalinismus - eine Sackgasse im Labyrinth der Geschichte

Cover: Stalinismus - eine Sackgasse im Labyrinth der Geschichte
Die Buchmacherei, Berlin 2020
ISBN 9783982078380
Kartoniert, 192 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

1990 publizierte der Historiker Wolfgang Ruge (1917-2010) im Deutschen Verlag der Wissenschaften, Berlin (Ost), eine in nur wenigen Wochen geschriebene Geschichte der Entstehung, der Funktionsweise und des Untergangs des Stalinismus in der Sowjetunion. Erst nach der Herbstrevolution 1989 in der DDR tat sich auch für ihn - der 1956 nach fünfzehn Jahren Lagerhaft im Gulag und in der Verbannung im Nordural in die DDR einreisen konnte - die Möglichkeit auf, eine derart fundamentale Kritik am Stalinismus zu veröffentlichen. In den ersten Kapiteln seines Buches sucht Ruge nach den "unzähligen Fäden", die die russische Geschichte mit den Bolschewiki und die den Terror der Stalinära mit dem der Revolutionsjahre verbanden. Er stellt Fragen nach den Ursachen für Stalins Machtübernahme und sucht in der Leninschen Politik nach Momenten, die den Weg in das Terrorregime ebneten, ohne eine Zwangsläufigkeit zu der selbstherrlichen Despotenherrschaft Stalins zu behaupten, dessen Verbrechen an Unmenschlichkeit kaum zu übertreffen gewesen wären. Mit seinen Vorschlägen, welchen Platz dem Stalinismus in der Geschichte zukommen solle, gibt Wolfgang Ruge genügend Anregungen für eine immer noch notwendige Diskussion.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.08.2020

Rudolf Walther hält das erste Erscheinen von Wolfgang Ruges Buch im Jahr 1990 für erstaunlich. Für ihn ein Beleg, dass in der DDR-Geschichtswissenschaft kritisch über den Stalinismus gedacht wurde. Wie die Zensur darauf einwirkte, erfährt Walther aus der informativen Einleitung zu Ruge von Renate Hürtgen. Auch wenn der Text für Walther keine Geschichte des Stalinismus darstellt, erfährt er doch Wissenswertes aus Zeitzeugensicht über die Idee von der historischen Unausweichlichkeit des Kommunismus sowie über Stalin in der "zaristischen Tradition von Autoritarismus, Gewalt und Willkür".
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