Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.08.2001
Birgit Weidinger schwankt bei der Lektüre von Lesley Stephensons Biografie über Paul Sacher zwischen "Anteilnahme an einem reichen musikalischen Lebenswerk und voyeuristischer Spannung". Diese ergebe sich aus der Schilderung seines "unruhigen, besitzergreifenden Privatlebens". Er, der gewiefte Mäzen moderner Musik, hat nämlich nicht nur ausgeprägten Sinn fürs Geschäftliche bewiesen, sondern auch für schöne Frauen. Die Egozentrik und Rücksichtslosigkeit des Liebhabers jedoch suche die Biografin herunterzuspielen - wenn auch nicht immer mit Erfolg. Die verletzten Reaktionen der Geliebten und Ehefrauen habe sie dann doch nicht verschwiegen. So stehe der "Titan" privat manchmal etwas schäbig da. Auch kommt neben dem ausführlich beschriebenen Privatleben Sachers "musikalisches Talent" zu kurz, meint die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.05.2001
In einer sehr inhaltsreichen Rezension befasst sich Peter Hagmann mit einer Biografie über den Dirigenten, Industriellen und Kulturschaffenden Paul Sacher, die von seiner langjährigen Übersetzerin verfasst wurde. Dass sich Sacher und Stephenson gut kannten ist für den Rezensenten dabei eine zweischneidige Angelegenheit. Einerseits habe die Autorin zwar sehr von Gesprächen und dem Zugang zu Sachers Privatarchiv profitiert. Andererseits jedoch neigt Stephenson nach Hagmanns Auffassung bisweilen zu sehr dazu, diese Freundschaft - quasi als Kompetenznachweis - zu betonen. Kritik bei Stephenson erscheint ihm daher auch bisweilen wie ein betonter Versuch, Distanz zu schaffen. Dabei nehme sie jedoch manchmal Urteilsbildungen vorweg, die Hagmann lieber dem Leser selbst überlassen hätte. Doch insgesamt findet er das Buch durchaus spannend zu lesen, zumal man auch Dinge über Sacher erfahren könne, die bisher kaum zur Sprache gekommen sind, etwa was sein durchaus bewegtes Privatleben betrifft. Dass Stephenson dabei mit großer Diskretion vorgeht, gehört für Hagmann zu den vielen Stärken des Buchs. Lediglich das "künstlerische Wirken Sachers" kommt in dem Band seiner Ansicht nach zu kurz. Auch ein Namensregister wäre hilfreich gewesen, findet Hagmann.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…