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Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.11.2016
Heribert Prantl staunt, wie klug Rechtswissenschaft sein kann. Der Strafrechtsprofessor und Rechtsphilosoph Wolfgang Schild schafft es laut Prantl auf gerade mal siebzig Seiten, Ferdinand von Schirachs Stück "Terror" auseinanderzunehmen, nicht überheblich, sondern sachlich, genau und informativ, wie Prantl schreibt. Die Fehler in den Rechtsbelehrungen des Richters, die Widersprüche im Plädoyer der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung werden für den Rezensenten sichtbar. Und mit Schild wundert sich der Rezensent über Schirachs argumentatives Durcheinander und darüber, dass der Autor in seinem Fall der "Rettungstötung" zentrale strafrechtliche Probleme gar nicht anspricht oder auch nur zwischen Unrecht und Schuld unterscheidet. Dass Schild die dramaturgischen Qualitäten des Stücks dabei durchaus würdigt, gefällt dem Rezensenten, er ahnt nun aber auch, dass eine weniger verwirrende Rechtsbelehrung der Spannung gar nicht geschadet hätte. Als Programmheft würde sich Schilds Schrift vorzüglich eignen, meint der Rezensent, da der Autor viele Zuschauerfragen vorwegnimmt.
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