Heldentaten, wie das Verstecken von Juden etc. müssen zur Kenntnis gebracht werden. Das ist eine ethisch-politische Pflicht, die jetzt in Deutschland und von Deutschland aus erfüllt werden muss. Keine Beschönigungen! Aber eine Ehrentafel! So 1948 der Appell von Hermann Broch. Doch ehren und beschönigen ließen sich die Täter. Das Bestreben, sie zu entlasten siehe den ersten Teil des Buches , verstellte jahrzehntelang den Blick auf all jene, denen die wirkliche Ehre gebührte. Wolfram Wette führt den schwierigen und langwierigen Prozess im Umgang mit dieser häufig verleugneten Vergangenheit vor Augen. Er berichtet in einer exemplarischen Auswahl von Menschen politisch Widerständigen, Deserteuren, Judenhelfern, Rettern in Uniform, Kriegsverrätern , die im Zeitraum von 1998 bis 2009 politisch und moralisch rehabilitiert worden sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2014
Für Joachim Käppner spiegelt sich in diesem neuen Buch des Freiburger Historikers Wolfram Wette ein unnachgiebiges, der Wahrheit und Ehrenrettung gewidmetes Gesamtwerk wider. Dass den Autor manchmal sein eigener Schwung fortträgt und er mit seinen Attacken schon mal den Falschen trifft, ahnt Käppner. Doch weiß er auch, dass diesem Autor kollektive Schuldzuweisungen fremd sind. In diesem Band zeigt sich Wette für den Rezensenten wiederum als Leitfigur der Militärgeschichtsschreibung, indem er Handlungsspielräume und die Verantwortung des Einzelnen auslotet und Wehrmachtssoldaten bekannt macht, die zu Rettern in Uniform wurden. Für den Rezensenten eine konkrete, glaubwürdige und ehrenvolle Arbeit.
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