Aus dem Amerikanischen von Hans-Christian Oeser. Eigentlich wollen Tike und Ella gar nicht viel vom Leben: ein sicheres Dach über dem Kopf, das den Sandstürmen standhält und Boden, den das verarmte Farmerehepaar bearbeiten kann. Doch das Land gehört nicht ihnen, sondern der Bank, und zudem scheint sich der Himmel gegen sie verschworen zu haben. Ein erotischer, anrührender und zorniger Roman über ein Liebespaar, das versucht, in einer Welt der ökologischen und wirtschaftlichen Katastrophe seine Würde und seine Hoffnung nicht zu verlieren. "Haus aus Erde", zwischen 1940 und 47 entstanden und nie veröffentlicht, wurde von Woody Guthries Tochter vor kurzem in einer Schublade entdeckt und erschien als erstes Buch bei Infinitum Nihil, dem Verlag, der von Johnny Depp und dem Historiker Douglas Brinkley gegründet wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2014
Historisch wie literarisch brisant ist dieser erstmals erscheinende Roman des Musiker Woody Guthrie aus dem Jahr 1947 für Jan Wiele. Nicht der "treffliche" Guthrie-Humor haut Wiele aus dem Lesesessel, sondern die seltsame Form des Engagements, die der Autor in seinem an Steinbeck erinnernden Sozialdrama aus der Dust-Bowl-Ära an den Tag legt. Eingepackt in eine detailfreudige, szenisch gehaltene Form, die bisweilen expressionistisch rauschhaft wird, generiert der Text um ein Landpächterpärchen im nördlichen Textas laut Wiele existentielle Spannung und damit die Atmo der Depressionszeit. Kurios für Wiele: Wie sich Guthrie Büchners Slogan anverwandelt zum "Friede den Lehmhütten!", die gleichsam den Kampf gegen die allgegenwärtigen Staubstürme und die sozialistische Utopie symbolisieren. Mehr darüber erfährt Wiele im Nachwort von Douglas Brinkley und Johnny Depp (!).
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