Xiaowen Zhu

Oriental Silk

Cover: Oriental Silk
Hatje Cantz Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783775747851
Gebunden, 196 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Kann Firmengeschichte Kunst sein? Diese Frage kann man nur stellen, wenn man noch nicht Zeuge des faszinierenden Langzeitprojekts der chinesischen Künstlerin Xiaowen Zhu geworden ist. Wer Oriental Silk einmal erlebt hat, wird diese Frage mit einem klaren "Ja" beantworten. Denn der Projekttitel ist zugleich der Name einer in den späten 1940er-Jahren in Los Angeles gegründeten Firma. Auf Seidenhandel und Vertrieb spezialisiert, wurde sie über Jahrzehnte von Kenneth Wong und seiner Familie geleitet. Zhu eröffnet durch ihre multisensorischen Werke einen facettenreichen Blick auf ein Unternehmen, das sich wie seine seidenen Produkte durch eine ganz eigene Haptik, Machart, Farbe und Wertschätzung auszeichnet.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.04.2021

Der Eindruck mag täuschen: Nach außen gibt sich Xiaowen Zhus Kunstband mit seinem grauen Leineneinband einfach und zurückhaltend, beschreibt Rezensentin Brigitte Werneburg. Innen jedoch zeigt es sich inhaltlich wie formal in der ganzen Komplexität seines Themas. "Orient Silk" ist Teil eines Kunstprojektes, das aus einem Film, Installationen und nun auch einem zweisprachigen Buch besteht und sich vordergründig mit einem eher unscheinbaren chinesischen Seidenladen in Los Angeles befasst. Den Hauptteil des Buches bilden die Gespräche über die Geschichte des Ladens mit dem heutigen Inhaber Kenneth Wong, lesen wir. Doch Zhu baut auch Unterhaltungen mit Kunden ein, Diskussionen über die Installationen und die Filmvorführung sowie Fotografien, durch die langsam tieferliegende Bedeutungsaspekte zum Vorschein kommen: die Geschichte chinesischer Einwanderung nach Amerika, das Überleben im westlichen Kapitalismus, die Beziehungen zwischen den USA und China. So bietet "Orient Silk" eine ästhetisch wie inhaltlich interessante Lektüre, so die Rezensentin.

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