Aus dem Hebräischen von Abraham Melzer. Nur wenige Menschen sind sich darüber im Klaren, dass die meisten Juden, ob religiös oder nicht, den Zionismus ablehnten, als er gegen Ende des 19. Jahrhunderts auftauchte. Diese Ablehnung ist bis zum heutigen Tag nicht verschwunden. Dieses Buch erklärt und interpretiert ein wichtiges, aber oft verdunkeltes Kapitel der Geschichte des modernen Israels, das ein anderes Licht auf den nun ein Jahrhundert währenden Konflikt im Heiligen Land wirft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.08.2020
Ohne Seitenblicke auf das Buch geht Rezensent Elad Lapidot, selbst Dozent für Philosophie und Jüdische Studien in Bern und Berlin, in das Thema des Buches hinein. Immerhin erfahren wir von ihm, dass Autor Yakov M. Rabkin sein Buch im Original bereits 2004 veröffentlichte und dass er Teil einer "gut etablierten jüdischen Ideengeschichte 'gegen den Strich'" ist. Dann fährt Lapidot fort, das Publikum einzuweihen in die Problematik des Staates Israel als jüdischen Staat und des dagegen in Opposition stehenden Selbstverständnisses eines traditionellen, diasporisch-jüdischen Denkens als Haltung des Anti-Staatlichen und vor allem gegen Gewalt gerichteten Diskurses; d.h. für letzteren war der Staat selbst ein anti-jüdisches Projekt. Aus dieser Gemengelange ergeben sich Konflikte sowohl im innerisraelischen politischen Leben als auch Angriffsstellen für alle möglichen neu-antisemitischen Diskurse, so Lapidot. Rabkins Buch verschafft einem größeren Publikum faktengesättigten Zugang zu dieser Diskussion, das sich mit den Wurzeln des Antizionismus der "jüdischen Orthodoxie" beschäftigt, informiert uns der kenntnisreiche Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.08.2020
Carsten Hueck erkennt in Yakov M. Rabkins Buch von 2004 ein weiterhin lesenswertes, gelehrtes und anregendes Buch über die Entwicklung des Zionismus aus Sicht ultraorthodoxer Juden. Deren Opposition gegenüber dem jüdischen Staat und ihre Gründe erläutert der Historiker dem Rezensenten auf einleuchtende Weise in sieben thematisch geordneten Kapiteln, die bis zu den heutigen Debatten reichen. Denkstrukturen, jüdische Identität, Sprache und Mythen in Bezug auf den jüdischen Staat werden erkennbar, meint Hueck, wenn Rabkins Buch, "reich an Zitaten und gedanklichen Verknüpfungen", den Blick weitet auf Israel und den Zionismus.
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