Aus dem Französischen von Eva Rapsilber. Mit einem Nachwort von Dirk Naguschewski. Als "Das Gebot der Gewalt" 1968 in Frankreich erscheint, wird der Roman sofort als literarisches Meisterwerk erkannt und der brillante junge Autor aus Mali als erster Afrikaner mit dem renommierten Prix Renaudot ausgezeichnet. Der Roman erzählt in glühenden Farben die Geschichte des imaginären westafrikanischen Reiches Nakem und der Dynastie der Saïfs, die sich mit Gewalt, Gift, schwarzer Magie und diplomatischer List an der Macht hält: Die Saïfs profitieren von der versklavten schwarzen Bevölkerung, behaupten sich gegen die christliche Kirche und die französischen Kolonisatoren.
Das dichte Fresko reicht vom 13. Jahrhundert bis in das Jahr 1947, an die Schwelle der Unabhängigkeit. Hier weitet sich die Szenerie nach Frankreich aus, wohin Raymond-Spartacus Kassoumi, der Sohn eines Leibeigenen, zum Studium geschickt wird …
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.07.2019
Rezensentin Claudia Kramatschek betont die Aktualität von Yambo Ouologuems Roman aus dem Jahr 1968. Wenngleich die kaum überarbeitete Übersetzung von 1969 auf Kramatschek mitunter hölzern wirkt, kommt der postmoderne Ton des intertextuell strukturierten Textes in der deutschen Fassung rüber, versichert die Rezensentin. Wie der Autor aus verschiedenen Quellen und Narrativen über und aus Afrika die Geschichte einer mit harter Hand waltenden, intriganten westafrikanischen Herrscherdynastie erzählt und damit die Mythen der Négritude seiner Zeit konterkariert und zugleich die Lügen und das Handeln der weißen Eindringlinge kritisiert, findet die Rezensentin weiterhin lesenswert.
Rezensent Cornelius Wüllenkemper findet Yambo Ouologuems Debütroman von 1968 in der alten Übersetzung von Eva Rapsilber hochaktuell. Wüllenkemper attestiert ihm literarische Kraft und eine Perspektive auf den Kolonialismus und den Postkolonialismus, die ihm bedenkenswert erscheint. Das acht Jahrhunderte umfassende Epos über Sklavenhandel, Ausbeutung und kriegerische Gewalt in einem fiktiven afrikanischen Königreich bietet laut Wüllenkemper nicht nur Drastik in Wort und Bild, sondern auch einen seltenen Blick auf die Kollaboration und damit einen Angriff auf postkoloniale Tabus, den der Rezensent nicht misszuverstehen rät. Als sprachlich kunstvoll gefasste Erinnerung an eine eigenständige afrikanische Geschichte mit eigenen Interessen und Machtstrukturen ist das Buch zu lesen, so Wüllenkemper.
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