Übersetzt aus dem Englischen von Anette Grube. In Yiyun Lis Geschichten geht es um die komplizierte Liebe zwischen Menschen, die einander lieben wollen und sich doch nicht verstehen: Tausend Jahre Beten seien notwendig, damit Vater und Kind zu einem guten Verhältnis finden, doch zwischen Herrn Shi und seiner Tochter herrscht verlegenes Schweigen. Eine Mutter in China will ihren erfolgreichen Sohn - einen "diamantenen Junggesellen" - verheiraten, doch der macht sich nichts aus Frauen. Und Sansan will keine arrangierte Ehe eingehen, obwohl sie den Auserwählten seit langer Zeit liebt. Yiyun Li beschreibt das grausame Schicksal ihrer Figuren in einer lakonischen Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2011
Überaus angetan ist Andreas Breitenstein von Yiyun Lis nachträglich übersetzt vorliegendem Erzählband, der ursprünglich vor ihrem vielbeachteten Debütroman "Die Unsterblichen" veröffentlicht wurde. Und wie dieser haben auch die darin enthaltenen, von Breitenstein ausführlich vorgestellten "kunstvoll geschnürten Geschichten" keineswegs die Erbauung des Lesers im Sinn. Vielmehr zeigen sie in tief verstörte Figuren, die in einer Umbruchphase Chinas um Haltung vor dem Schicksal bemüht sind. Lakonisch rücke dieses Buch nahe an den Leser, der, so Andreas Breitenstein, gut beraten ist, sich den Namen Yiyun Li für die Zukunft zu merken.
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