Yuko Kuhn

Onigiri

Roman
Cover: Onigiri
Hanser Berlin, Berlin 2025
ISBN 9783446283114
Gebunden, 208 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Als Aki erfährt, dass ihre Großmutter gestorben ist, bucht sie zwei Flüge. Ein letztes Mal will sie ihre Mutter zu ihrer Familie in Japan bringen, auch wenn sie weiß, wie riskant es ist, einen dementen Menschen aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Und wirklich hat sie Keiko noch nie so verloren erlebt wie in der ersten Nacht im Hotel. Doch dann sitzen sie beim Essen im alten Elternhaus, und plötzlich spricht sie, die so still geworden ist, fröhlich und klar für sich selbst. Erst auf dieser Reise erkennt Aki in ihrer Mutter die mutige und lebenshungrige Frau, die sie einmal war, bevor sich in Deutschland diese große, für Aki so bedrohliche Müdigkeit über sie legte. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 30.07.2025

Auf wundersame Weiße hat es die deutsche Autorin Yuko Kuhn genau auf den Punkt getroffen, findet Rezensentin Elke Schlinsog: "Leise Töne und klare, nüchterne Formulierungen" erzählen von einer Mutter-Tochter-Reise in die Vergangenheit und kulturellen Missverständnissen zwischen deutscher Strenge und japanischer Zurückhaltung - ganz ohne Klischees. Der autobiographisch inspirierte Debütroman skizziert bewegend die deutsch-japanische Familie der Erzählerin Aki und ihrer demenzkranken Mutter Keiko, die in Deutschland nie richtig angekommen ist, erklärt Schlinsog. Im Mittelpunkt steht eine letzte Reise nach Japan, die Erinnerungen weckt und Einblicke in die kulturellen Konflikte und das Gefühl des Fremdseins gibt, das sich durch das Aufwachsen zwischen zwei Welten zieht. Der Roman schafft eindrückliche Bilder, wie das der Mutter, die sich mit angezogenen Beinen und Händen vor dem Gesicht vor der Welt verstecken will, lobt die Kritikerin. Bei ihr hinterlässt er in jedem Fall lebendige Sinneseindrücke und berührt mit seiner sensiblen Darstellung von Abschied, Alter und der Kraft der Erinnerung.
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