Das Thema Überwachung ist allgegenwärtig: Wir werden in der U-Bahn gefilmt, machen Privates auf Facebook öffentlich, Minidrohnen werden bald so billig sein, dass Neugierige ihre Nachbarn ausspionieren können. All das ist nicht nur für die Politik eine Herausforderung, sondern auch für die Soziologie. In dem in diesem Band dokumentierten Gespräch unternehmen Zygmunt Bauman und David Lyon, der Begründer der "Surveillance Studies", den Versuch, Foucaults Idee des Panopticons und Deleuze' Überlegungen zur Kontrollgesellschaft auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2013
Uwe Justus Wenzel liest diesen Band als "rhapsodische Vergegenwärtigung einiger Themen" des britisch-polnischen Soziologen Zygmunt Bauman. Das Gespräch zwischen Bauman und seinem Kollegen David Lyon, per Email geführt, bietet in seinen Augen eine Zeitdiagnostik der Überwachung. Wenzel räsoniert über Benthams panoptische Überwachungsarchitektur und Foucaults Weiterführung von Benthams Gedanken in Richtung einer Verinnerlichung von Überwachung und Selbstdiziplinierung. Er sieht Bauman an diese Überlegungen anknüpfen, wenn dieser in der gegenwärtigen Konsumkultur Anzeichen für eine "Do-it-yourself-Sklaverei" erkennt, eine Art freiwillige Unterwerfung unter die Überwachungs- und Kontrollmechanismen. Interessant scheint ihm Baumans Idee, diese Selbstunterwerfung mit dem menschlichen Bedürfnis nach Transzendenz in Beziehung zu setzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.11.2013
Enttäuscht von diesem Band zeigt sich Wilfried von Bredow umso mehr, als die Autoren Zygmunt Bauman und David Lyon für ihn eigentlich verlässliche Diagnostiker der Gegenwart sind. Hier nun singen sie im Chor das für Bredow etwas nervtötende Lied pauschalisierender Kulturkritik. Anschließend an Foucault lassen sie ihrem pessimistischen Lagebericht in Sachen Überwachung und Kontrolle laut Rezensent leider keine "zupackenden" Analysen vorausgehen. Der Eindruck des Rezensenten ist eher der von Wut und Resignation. Das reicht aber nicht, findet Bredow. Ein paar Hinweise, was zu tun ist, hätten ihm wohl getan.
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