Aus dem Englischen von Frank Jakubzik. Sicherheit und Freiheit zählen zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Gemeinschaft - schon das Wort konnotiert Wärme. Sie bietet Schutz, beschneidet aber zugleich unsere Individualität und unsere Freiheit. Man muß immer wieder versuchen, diese beiden gleichermaßen kostbaren Werte auszubalancieren, störungsfrei in Einklang kommen sie nie. In Gemeinschaften greift Zygmunt Bauman die Möglichkeiten und Gefahren auf, die sich aus diesem Dilemma ergeben. Mit essayistischer Brillanz diskutiert er einen Begriff, der in den Debatten über die Zukunft von Umwelt und Gesellschaft eine zentrale Stellung einnimmt.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 12.03.2009
Zunächst geht es für den Geschmack Isolde Charims in Anbetracht der Romantisierung ländlicher Gemeinschaften entschieden zu pathetisch los, aber Bauman wechselt bald ins andere Extrem und beschreibt die "ursprüngliche Akkumulation" des Kapitals und die einsetzende Industrialisierung. Dieser Trick dient dem Philosophen, wie die Rezensentin erkennt, zur Postulierung einer Ur-Erfahrung, zu vergleichen mit der Vertreibung aus dem Paradies, nach der wir uns "auf der Suche nach Sicherheit" auf die ein oder andere Weise sehnen. Als soziale Gemeinschaft verstehen sich die hochindividualisierten zeitgenössischen Eliten, die nur noch kosmopolitische "ästhetische Anlassgemeinschaften" bilden ebenso wie die ihnen gegenüberstehende Masse jedenfalls nicht mehr. In ethischen Gemeinschaften sieht Bauman sogar, wenn sie um ihrer selbst willen verwirklicht werden, einen fundamentalistischen Zug, der außerhalb sozialer Umverteilungskontexte keine emanzipatorische Wirkung entfalten kann, um zu einer zur ethischen Gemeinschaft zu gelangen. Isolde Charim hat das "Pamphlet gegen die Kulturlinke, das nicht hinter deren Errungenschaften zurückfällt" mit großem Interesse gelesen.
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