Afrikanische Intellektuelle arbeiten seit langem an einem neuen kulturellen Selbstbewusstsein ihres Kontinents und stellen dabei globalgesellschaftliche Großkonzepte wie Demokratie, Freiheit, Gender, Menschenrechte und Kosmopolitismus rigoros auf den Prüfstand. Sie analysieren das Nachwirken kolonialer Strukturen und formulieren - auch mittels kritischer Aneignung lokaler Praktiken - dezidiert postkoloniale Handlungsmaximen. Der Band versammelt die wichtigsten Beiträge afrikanischer Denkerinnen und Denker wie Achille Mbembe, Thaddeus Metz, Oyèrónkẹ́ Oyewùmí, Mogobe B. Ramose, Tsenay Serequeberham und Kwasi Wiredu zu diesen Themen und führt vor, was afrikanische politische Philosophie in Zeiten interkontinentaler Migrationsbewegungen heißen kann.
Man sollte sich Franziska Dübgens und Stefan Skupiens Anthologie "Afrikanische politische Philosophie" nicht als Sammlung exotischer Weisheiten vorstellen, warnt Rezensent Andreas Eckert. Die Autoren, allesamt wichtige afrikanische Philosophen der Gegenwart, setzen sich in ihren Texten vielmehr mit den ganz normalen großen Themen wie Demokratie, Gender oder Moral auseinander, erklärt der Rezensent. Der Vorwurf des Eurozentrismus wird dabei nur selten laut, so Eckert, stattdessen versuchen Autoren wie Paulin J. Hountondji, Emmanuel Eze, Nkiru Nzegwu oder Achille Mbembe ihre philosophischen Standpunkte mit ihrem spezifischen historischen Kontext und ihrem kulturellen Selbstverständnis zu konfrontieren, fasst der Rezensent zusammen, der den Band offenbar mit Gewinn gelesen hat.
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