Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.02.2018 - Design

Im Jungle-World-Essay umkreist Hugo Sand Modetrends wie "Normcore", "Gorpcore" und "Menocore", die sich allesamt durch einen Verzicht auf Extravaganz auszeichnen. Dass manche Feuilletons darin etwas Emanzipatives erkannt haben wollen, stimmt Sand skeptisch: "Allen diesen Einschätzungen ist, nebst anderer streitbarer Annahmen, ein Verkennen des tatsächlichen Charakters von Mode und Trends gemein: Mode ist ihrem Wesen nach vergänglich und schnelllebig, die Hoffnung auf einen Ausbruch daraus mithilfe eines Trends ist entsprechend lächerlich. ...  Die vorgestellten Stile versprechen so auch nichts mehr, außer nichts zu versprechen. Gefragt sind das Zurschaustellen von Gleichgültigkeit und Indifferenz gegenüber Trends und Normen; es geht um einen Kult der Natürlichkeit, der verdeckt, dass Mode per se Kultur ist. Stolze Antiästhetik will ganz authentisch gar nichts mehr darstellen als jemanden, der nichts darstellen will."

Fürs ZeitMagazin porträtiert Carolin Würfel das Plus-Size-Model Barbie Ferreira.
Stichwörter: Mode, Normcore, Models, Model, Barbie

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.02.2018 - Design


Der Altorfer-Liegestuhl. Bild: Embru-Möbel

In der NZZ widmet sich Manuel Müller dem Altorfer-Liegestuhl, als Designklassiker besser bekannt unter der Bezeichnung "Spaghetti-Stuhls", da seine Fläche aus queren Plastikschnüren besteht, was die charakteristische Musterung des Sonnenanbeter-Körpers, der darin zur Ruhe kommt, zur Folge hat. Vor siebzig Jahren kam er auf den Markt: "Ein Paradebeispiel des Swiss Design. Er ist im besten Sinne schlicht, nüchtern, schnörkellos: Gute Form verstanden als zeitloses, klassisches Design."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.02.2018 - Design

In der NZZ ärgert sich Antje Stahl prächtig über das Schickeria-Event, mit dem die (von der Versace-Familie selbst nicht autorisierte) Versace-Schau in Berlin eröffnet wurde: Zum einen könne bei den 300 aus privaten Sammlungen stammenden, von keinem erläuternden Kontext begleiteten Exponaten von einer "Retrospektive" nicht die Rede sein. Zum anderen mangelte es dem Auftakt an Glam und Aura: "Kurz nach der Show lästerten Besucher, die Veranstaltung sei 'provinziell' und 'plump', und distanzierten sich von dem Geschehen (außer von den gereichten Häppchen). Im gesellschaftlichen Rollenspiel ist das einstudiertes Distinktionsverhalten, nur scheitert es zwangsläufig, wenn alle Gäste es an den Tag legen. Vereint im Selbsthass werden das Rumgestehe und das Blödsinn-Reden ertragen, weil der Mythos Versace immer noch so groß ist, dass er etwas abwerfen könnte, was über die Goody-Bags mit Porzellan-Geschirr (von Alfa Romeo) hinausgeht." Ein "trauriges Gruppenporträt", meint Stahl.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.02.2018 - Design


Empress of Britain colour lithograph poster for Canadian Pacific Railways, J.R. Tooby, 1920 - 31. Museum no. E.2215-1931. © Victoria and Albert Museum, London

SZ
-Korrespondent Alexander Menden schwelgt im Luxus der Ozeanriesen, an deren Geschichte die Ausstellung "Ocean Liners"  im Victoria and Albert Museum erinnert.  Zum Fin de siècle, erzählt Menden, wetteiferten Briten, Franzosen und Deutsche um Schnelligkeit und Extravaganz: "Einer der faszinierendsten Aspekte der Genese der Luxus-Liner-Ästhetik ist das Maß, in dem ihre Form die Architektur beeinflusste. Architekten entdeckten die Funktionalität der Formen von Schornstein, Bug und Stromlinienform. Von den Zwanzigerjahren an begannen jene Luxushotels, von denen die Interieurs der ersten Schnelldampfer sich so viel abgeschaut hatten, ihrerseits, deren Linien in ihre Konstruktion zu übernehmen. Der rigoroseste Theoretiker der architektonischen Moderne, Le Corbusier, sah im Kreuzfahrtschiff weniger ein Transportmittel als 'eine wichtige Manifestation von Kühnheit, Disziplin und Harmonie, eine Schönheit, die ruhig, kraftvoll und stark ist'."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.02.2018 - Design

Für die taz porträtiert Marina Razumovskaya den in Berlin lebenden Modeschöpfer William Fan. Seine gleichermaßen auf Eleganz wie Bequemlichkeit setzenden Entwürfe "arbeiten gegen die Vergesslichkeit der Moden. Schon das rückt die Begegnung von asiatischem und westlichem Stil in Fans Kollektionen weit weg von jeder multikulturellen Beliebigkeit. ... Die chinesischen Elemente in Fans Entwürfen sind oft bäuerlich inspiriert. Zur Spannungslinie zwischen dem Asiatischen und dem Europäischen kommt die zwischen dem einfachen Bauernstil und dem Spektakulären. Einmal sind auf einer eleganten Jacke aus feinstem, kariertem Stoff Taschen aus Schaffell aufgesetzt, die auch zu kurzen Jacken aus kraushaarigem Fell werden. Ein anderes Mal trägt man über Baumwollhemden aus Popeline mit langen Ärmeln im chinesischen Bauernstil glänzende Brokatstoffe mit Glaskristallen." (Foto: William Fan, Collection SS18)

Außerdem blättert Brigitte Werneburg in der taz durch die neue Ausgabe der Zeitschrift Fotogeschichte, die sich diesmal der Modefotografie widmet. In der FAZ bespricht Damian Dombrowski eine Ausstellung in Florenz über Mode im 14. Jahrhundert.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.02.2018 - Design

In einem gedrechselten Essay für die Jungle World wendet sich Philipp Ekardt gegen die Essenzialisierung von Mode und der damit einhergehenden Überfrachtung des Textil-Spiels mit Identitätsmarkierungen: "Mode ist eine Agentur, die in der individuellen und kollektiven Entwicklung, Modifikation und Verteilung, auch der Revision von Formen eben genau das artikuliert: Differenz. Wer aber aus diesen Differenzen wiederum die Konstruktion eines 'Eigenen' ableitet, liegt schlicht falsch: Jede und jeder, die oder der Mode beobachtet und ein Bewusstsein für sie entwickelt, weiß, dass sich ihre Zeichen, immer zeitabhängig, mal stärker, mal diskreter lesbar, mal offen, mal abgrenzend, immer im Feld und im Nebeneinander mit allen anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern entfalten. Mode kommuniziert und verweigert, Mode erscheint und verschwindet. Sie ist Bindungs- und Trennungskunst. Identisch ist sie nicht."
Stichwörter: Identität, Mode

Efeu - Die Kulturrundschau vom 29.01.2018 - Design

Carmen Böker (ZeitMagazin) und Adriano Sack (Welt) schreiben Nachrufe auf Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. Tillman Prüfer glossiert im ZeitMagazin über die Unterschiede zwischen Männer- und Frauen-Ausschnitten.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.01.2018 - Design

Das ZeitMagazin bringt eine Fotostrecke zum Skandinavischen Design.
Stichwörter: Skandinavisches Design

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.01.2018 - Design

In der NZZ schreibt Urs Bühler zum Tod des französischen Spitzenkochs Paul Bocuse, den er als den "Picasso der Kochkunst" bezeichnet: "Er prägte die Rolle des modernen Chefs, der Gäste nicht nur bekocht, sondern auch empfängt und den Betrieb sogar als (Mit-)Besitzer prägt. Dass man Bocuse gerne als Erfinder der Nouvelle Cuisine bezeichnet, die als Gegenbewegung zur Landestradition deftiger Braten und wuchtiger Saucen eine ebenso einflussreiche wie befreiende Bewegung wurde, ist allerdings weniger zwingend. Diese Ehre gebührt anderen, wie Michel Guérard, der früh auf diesen antiklassischen Stil setzte. Jedoch war Bocuse, als die Nouvelle Cuisine aufkam, das Gesicht der französischen Küche."

In der Libération verehrt der Koch Pierre Gagnaire Bocuse als den "Johnny Halliday der Gastronomie". In einem Interview mit der FAS erklärt Gastro-Kritker Jürgen Dollase: "Bocuse war sicherlich nicht der größte aller Köche - aber er war möglicherweise der wichtigste aller Köche." Weitere Nachrufe in Le Monde und der New York Times.
Stichwörter: Bocuse, Paul, Gastronomie

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.01.2018 - Design

Zum Tod von Christa de Carouge hat die Spex ein 2014 entstandenes Interview mit der Modedesignerin online gestellt. Unter anderem geht es um ihre Einflüsse, die in der Architektur liegen: Sie schwärmt für "Le Corbusier und seine Philosophie. Er baute nicht einfach nur Häuser, die er irgendwo hinstellte. Er warf Fragen auf: Warum stelle ich es dahin? Was bedeutet das? Welcher Mensch soll hier leben? Das sind die gleichen Fragen, mit denen ich mich heute befasse: Welcher Mensch soll in meinen Kleidungsstücken leben? Wer zieht mich an? Kleider sind Häuser für den Körper. Meine erste Kollektion war ein riesiger Erfolg, die Leute hatten auf so etwas gewartet. Nur schwarz! Ganz elitäre Formen! Architektur am Körper!"