Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

981 Presseschau-Absätze - Seite 68 von 99

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.01.2018 - Design

Side Table von
New Tendency
Max Scharnigg begutachtet für die SZ die neue Bescheidenheit auf der Kölner Möbelmesse. Hier "regiert dieses Jahr hallenweit eine ziemlich biedere Mischung aus gediegener Gemütlichkeit, neu aufgelegten Klassikern und allerlei Bauhaus-Remixen, dessen großes Jubiläum 2019 begangen wird. Bevor es so weit ist, wird im wahrsten Sinne schon mal aufgeräumt: Wohnlandschaften gewinnen Klarheit zurück, Möbel ihre Kanten. Wo die letzten Jahre allerorten mit Samt und Edelmetall geprasst wurde, findet sich jetzt allenfalls noch ein bisschen Marmor - und zwar nicht die dramatisch weiße oder schwarze Ausführung, sondern auch hier lieber melancholisches Braun und Schmutzgrün. Wenn Oberflächen noch glänzen, wie neuerdings etwa beim Präzisions-Schrankbauer Piure, dann in einem Spiegelfinish, das aussieht wie angelaufen und über die Jahre edelpatiniert."

Außerdem: Jürg Zbinden schreibt in der NZZ zum Tod der Modedesignerin Christa de Carouge. Vor kurzem war ihr noch eine Ausstellung gewidmet worden (unser Resümee).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.01.2018 - Design

In der taz spricht Annabelle Hirsch mit Buchautorin Nathalie Rykiel, die gerade ein zweites Buch über ihre Mutter, die Modedesignerin Sonia Rykiel geschrieben hat. "Sie war wahnsinnig frei", sagt sie über ihre 2016 gestorbene Mutter. "Wahnsinnig lustig. Voller Ideen. Das war fast schon ein Problem. Außerhalb von ihr wirkte alles unglaublich trist und öde. Deshalb habe ich sie ja auch nie verlassen. Es war zu schön, in ihrer Nähe zu sein."
Stichwörter: Rykiel, Sonia, Modedesigner

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.01.2018 - Design

In der Zeit präsentiert ein ganzer Schwung Autoren "zehn Requisiten des Alltags, die mehr über die Kultur des Jahres 2018 verraten, als uns lieb sein kann".
Stichwörter: Alltag

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.01.2018 - Design





Für die NZZ besucht Marion Löhndorf die Ferrari-Ausstellung im Londoner Designmuseum, die für ihren Geschmack leider etwas zu PR-mäßig ausgefallen ist. Die saftigen Anekdoten und Legenden aus der an solchen reichen Firmengeschichte bleiben demnach unerwähnt, Löhndorf gestattet aber immerhin einen sanften Ausblick: Etwa, was das Emblem des springenden Pferdes angeht, "das dem Wappen eines Flieger-Asses des Ersten Weltkriegs entlehnt war. Angeblich hatte der Pilot, Francesco Baracca, es auf sein Flugzeug malen lassen. Nach Baraccas Absturz 1918 bot Enzo Ferrari der Familie an, es im Andenken an den Sohn zu übernehmen - so wenigstens eine Version der Geschichte. Laut einer anderen übernahm Ferrari das weiße Pferd des erfolgreichsten italienischen Jagdfliegers des Ersten Weltkriegs einfach so, ohne Rückfrage. Ein seltsames, düsteres Zusammenspiel von Tod und Tempo aber ist es in jedem Fall: das Rennauto-Markenzeichen aus dem Erbe des abgestürzten Piloten." Dazu passend bietet die NZZ eine schöne Bilderstrecke.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.01.2018 - Design

Freddy Langer schreibt in der FAZ zum Achtzigsten des Mode- und Porträtfotografen David Bailey, der Vorbild für den Fotografen in Michelangelo Antonionis Film "Blow Up" war: "Bailey ging mit seinen Modellen aus dem Atelier hinaus in die wirkliche Welt, brachte ihnen neue, kecke Posen bei und verzichtete auf die Aura des Entrückten, Überirdischen, welche die Mannequins bis dahin umflorte. Er arbeitete mit frechen Gören wie Jean Shrimpton, Penelope Tree und Twiggy, womit er die Schönheit gewissermaßen demokratisierte. Vor allem eines aber prägte seine Bilder: Während das Team um ihn herum die Modelle in die teuersten Kleider steckte, zog er sie mit den Augen ganz ungeniert wieder aus."

Auf Slate.fr trauert Nicolas de Rabaudy um Italiens größten Gastronomen, den Mailänder 3-Sterne Gualtiero Marchesi, dem wir zwei neue Klassiker verdanken: Die offenen Ravioli und ein Safran-Risotto mit Goldblatt.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.12.2017 - Design

Für Felix Graf bilden Celestino Piattis Buchgestaltungen für dtv "ein kleines Weltkulturerbe", wie er in der NZZ schreibt: "Ein Erbe am Schnittpunkt von Literatur und Kunst aus der fast schon versunkenen Zeit der Gestaltung mit Bleistift, Tinte, Tusche, Fett- und Pastellkreide, Deck- und Wasserfarbe oder dem damals neuen Filzstift auf Papier; ein Erbe aus der Zeit des Filmsatzes und aus der Zeit, als das Taschenbuch der ideale Reisebegleiter war."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.12.2017 - Design

Für die NZZ besucht Gabriele Detterer eine Schrank-Ausstellung im Gewerbemuseum in Winterthur.
Stichwörter: Möbeldesign, Winterthur

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.12.2017 - Design

In der Welt trauert Philip Cassier um den italienischen Hutmacher Borsalino, der nach 160-jährigem Bestehen in die Pleite gerutscht ist: "Wer sich auf den Straßen umsieht, der bekommt rasch eine Idee davon, woran es liegen könnte. Der Hut hat als Bekleidungsstück ausgedient. Sein Totengräber dürfte John F. Kennedy gewesen sein: Dieser amerikanische Präsident mochte keine Kopfbedeckungen - und zeigte der Welt durch sein Auftreten, dass sich Sportlichkeit und Jugend mit freiem Haupt am besten zur Schau stellen lassen." Einst popularisierte vor allem auch das Kino den italienischen Hut für Herren:



In der NZZ begibt sich Anne Waak auf die Suche nach Wesen und Sein des deutschen Designs.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.12.2017 - Design

In der Literarischen Welt erinnert Philipp Haibach an den vor zehn Jahren gestorbenen Grafiker Celestino Piatti, der den dtv-Taschenbüchern ihr lange Zeit charakteristisches Erscheinungsbild verliehen hatte: Damit "hat er die bundesrepublikanische Bücherwirklichkeit wie kaum ein anderer ästhetisch geprägt und dabei Genossen und Konservative gleichermaßen für sich gewinnen können. ... Für sein gestalterisches Mammutprojekt griff Piatti auf einen simplen Effekt zurück: Das Weiß des Umschlags diente dem Ausnahmekünstler als Minileinwand. Begrenzt wurde sie vom dtv-Schriftzug unten rechts und von den Titelzeilen oben - stets waren diese rechtsbündig und in der Akzidenz-Grotesk-Schrift gesetzt, die so aussah, als sei sie direkt aus dem Bauhaus ausgebüxt. Im weißen Zwischenraum zeichnete Piatti dann mit der Feder, dem Blei- oder Filzstift, tuschte mit dem Pinsel Aquarelle oder klebte Collagen. Die Grafiken wurden meist von markanten tiefschwarzen Konturen umrissen. Das hatte etwas sinnbildlich Sakrales, Kirchenfensterhaftes."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.12.2017 - Design

In der SZ ächzt Gerhard Matzig schwer, nachdem er die weihnachtlichen Design- und Dekor-Ideen einschlägiger Medien und Portale durchgesehen hat: Spärlichkeit ist King, scheint die Grundhaltung dieses "sinnlichen Entzugskomas" zu sein, "in das man angesichts der radikal minimalistischen, ja antiseptischen Adventsschmuck-Hervorbringungen der zeitgenössischen Interior-Branche fällt". Dieser "misanthropisch verstimmten Design-Hölle" mit ihrer "erlesenen Askese der Less-is-more-Ästhetik" zieht Matzig jedes Krankenhaus vor, das dagegen "fast schon wie ein Hort wunderkerzenfröhlicher und schokoherzlicher Gemütlichkeit anmutet".


Der Crystal Dome in den Swarovski-Welten

In der taz bewundert dagegen Ralf Leonhardt die begeisterten und kauffreudigen indischen Touristen, die in Scharen in die Swarovski-Kristallwelten in Tirol strömen. Die von Andre Heller angestoßene Schau bietet "eine immer wieder wechselnde Ausstellung von Installationen namhafter Künstlerinnen und Künstler, die Kristalle in ihre Arbeiten integrieren, von einer aus 595 Spiegeln zusammengesetzten Kuppel mit Artefakten aus der Wunderkammer der Renaissancefürsten über einen kristallenen Märchenwald bis zu gläsernen Quallen, die ständig die Farbe wechseln." Die indischen Besucher stehen inzwischen anzahlmäßig an dritter Stelle, lesen wir: "'Die Inder sind von ihrer kulturellen Prägung her interessiert an allem, was mit Steinen und Glitzern zu tun hat', weiß Geschäftsführer Isser. Für die Hotellerie sind die Südasiaten ein Segen, weil sie in der Zwischensaison die Betten füllen."