In der
SZ ächzt Gerhard Matzig schwer, nachdem er die
weihnachtlichen Design-
und Dekor-
Ideen einschlägiger Medien und Portale durchgesehen hat: Spärlichkeit ist King, scheint die Grundhaltung dieses "
sinnlichen Entzugskomas" zu sein, "in das man angesichts der radikal minimalistischen, ja antiseptischen Adventsschmuck-Hervorbringungen der zeitgenössischen Interior-Branche fällt". Dieser "misanthropisch verstimmten Design-Hölle" mit ihrer "erlesenen Askese der Less-is-more-Ästhetik" zieht Matzig jedes Krankenhaus vor, das dagegen "fast schon wie ein Hort wunderkerzenfröhlicher und schokoherzlicher Gemütlichkeit anmutet".
Der Crystal Dome in den Swarovski-WeltenIn der
taz bewundert dagegen Ralf Leonhardt die begeisterten und kauffreudigen
indischen Touristen, die in Scharen in die
Swarovski-Kristallwelten in Tirol strömen. Die von Andre Heller angestoßene
Schau bietet "eine immer wieder wechselnde Ausstellung von Installationen namhafter Künstlerinnen und Künstler, die Kristalle in ihre Arbeiten integrieren, von einer aus
595 Spiegeln zusammengesetzten Kuppel mit Artefakten aus der Wunderkammer der Renaissancefürsten über einen kristallenen Märchenwald bis zu gläsernen Quallen, die ständig die Farbe wechseln." Die indischen Besucher stehen inzwischen anzahlmäßig an dritter Stelle, lesen wir: "'Die Inder sind von ihrer kulturellen Prägung her interessiert an allem, was mit
Steinen und Glitzern zu tun hat', weiß Geschäftsführer Isser. Für die Hotellerie sind die Südasiaten ein Segen, weil sie in der Zwischensaison die Betten füllen."