Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

981 Presseschau-Absätze - Seite 66 von 99

Efeu - Die Kulturrundschau vom 31.03.2018 - Design

Im Wirtschaftsteil der SZ meditiert Thomas Steinfeld über die Frage, warum sich H&M mit seiner fast Fashion im wirtschaftlichen Sinkflug befindet. Die Probleme sind hausgemacht, erfahren wir - nicht nur, weil H&M lange Zeit viel Geld investierte, um die Innenstädte mit teuren Ladengeschäften zu erobern, während die Konkurrenz aufs Internet setzt. "In diesem Fall kann Globalisierung, entgegen allen Erwartungen, auch den kleineren Konkurrenten begünstigen - und den Einstieg neuer Konkurrenten wie des irischen Discounters Primark, der seine Produkte noch billiger anbietet. In der Folge schlägt sich H&M gegenwärtig mit einem Problem herum, das auf beinahe rührende Weise an die Zeiten vor der Digitalisierung erinnert: Die Lagerbestände sind einfach zu groß."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.03.2018 - Design

Von den Herausforderungen, die sich Grafikdesigner stellen, wenn es darum geht, ein Piktogramm für Unisex-Toiletten zu gestalten, berichtet Niklas Maak in der FAZ. In New York hat man sich nun auf ein Symbol geeinigt, dass an eine Spielfigur aus "Mensch Ärgere Dich Nicht" erinnert, erklärt Maak. Offenbar kann "nur der komplett verhüllte, seiner Extremitäten beraubte Körper" diesen Informations-Transfer garantieren - und dies "offenbar, weil Beine in der Symbolsprache schon als Männlichkeitssymbol verbraucht sind. ... So sieht, zum Symbol geronnen, das reine Menschsein aus: ein Gewicht mit einem Kopf drauf."

Für den Tagesspiegel führt Jens Hinrichsen durch die dem Architekten- und Möbeldesign-Duo Trix & Robert Haussmann gewidmete Ausstellung in den Berliner Kunst-Werken.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.03.2018 - Design

Der Modedesigner Hubert de Givenchy ist gestorben. Givenchy war einer der ganz großen französischen Couturiers, die der Moderne zugewandt waren. Berühmt wurde er mit seinen Kleidern für Audrey Hepburn, deren schmale Figur seinem geometrischen Stil vollkommen entsprach: "Das kleine Schwarze, knöchellange Hosen, Ballerinas - das war das Gegenteil der aufgedonnerten fünfziger Jahre und nahm die Sechziger stilistisch vorweg", schreibt Alfons Kaiser in der FAZ. "Die radikal moderne Schule Balenciagas und Schiaparellis bewahrte Hubert de Givenchy vor aristokratischem Pomp und der Schwere der alten Couture. Seine Kleider waren konstruiert, aber mit klarer Linie, kurz, aber nicht knapp, farbstark, aber nicht poppig. Er war also prädestiniert fürs Prêt-à-porter, zu dessen Begründern er neben Yves Saint Laurent zählt."

Für die Berliner Zeitung liest Susanne Lenz die Ergebnisse Sarah Wassermanns, die im DDR-Textilfundus des Berliner Museums Europäischer Kulturen geforscht hat.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.03.2018 - Design

In der NZZ lobt Roman Bucheli die Krawatte, ohne die sich der Bildhauer und Maler Alberto Giacometti nie blicken ließ, auch nicht in Momenten größter Materialnähe. Dank der Foodies im Netz und deren Instagram-Bilderstrecken liegt gutes Porzellan wieder im Trend, erklärt Nikolas Feireiss im ZeitMagazin.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.03.2018 - Design

Mit großer Freude wandert Laura Weißmüller (SZ) durch das wiedereröffnete Museum für Gestaltung in Zürich, das in seiner Neukonzeption auch zum Mitmachen und Anfassen einlädt, so etwa im ersten Stock, wo es Schweizer Design zu sehen gibt: "Man sitzt oder liegt auf Reeditionen von Schweizer Möbelklassikern, auf Le Corbusiers schwerem LC2-Sessel etwa oder auf Charlotte Perriands schlankem Tagesbett. Hier kann man Vorhänge befühlen, über Teppiche laufen, die Bücher aus den Regalen nehmen oder einfach auch nur durch die bodentiefen Fenster, vorbei an Willy Guhls geschwungene Gartenmöbel aus Beton, auf den angrenzenden Park blicken." Mehr dazu auch hier.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.03.2018 - Design



NZZ-Kritikerin Antje Stahl spaziert gut gelaunt durch das frisch renovierte Museum für Gestaltung in Zürich: "Das furchtbare Zwischengeschoss ist verschwunden, sogar das einstige Farbkonzept hat sich wieder durchgesetzt. Die Eröffnungsausstellung nutzt das alles herrlich schamlos aus: Wolkenblüten aus japanischem Washi-Papier hängen von der Hallendecke, mitten im Raum stehen minimalistische Holzbäume, deren schlanke Äste einem zuwinken, dahinter scheinen hölzerne Hüte vietnamesischer Reisbauern in der Luft zu schweben. Man fühlt sich wie in einem kinetischen Freilufttheater der Moderne. Es zwitschern sogar Vögel."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.02.2018 - Design

Mit ihrem Feuilletonaufmacher gedenkt die SZ ganzseitig der Deutschen Industrienorm - DIN -, die vor hundert Jahren damit begann, Produkte und später auch Dienstleistungen zu normieren. Thomas Steinfeld erinnert unter anderem an den kriegshistorischen Hintergrund: Das erste genormte Produkt, der Kegelstift, diente der Waffenproduktion im Ersten Weltkrieg: "Benötigt wurden sie für ein in Spandau von der Firma Ludwig Loewe & Co hergestelltes schweres Maschinengewehr, das vor allem im Grabenkrieg verwendet wurde und die Bezeichnung '08/15' trug. Es war die erste Waffe, die einheitlich in allen Teilen des Deutschen Heeres benutzt wurde."

Lothar Müller befasst sich mit etwas literarischeren und bürohistorischen Gesichtspunkten mit der DIN: 1922 wurden schließlich auch die Papierformate verabschiedet, denen wir heute noch das DIN-A4-Format verdanken. "Mit seinen größeren und kleineren Nachbarn (...) gehört es zu den Grundbausteinen der industriellen Moderne und ist eines ihrer bekanntesten Objekte. Es ist nicht nur Schriftträger, es kann zugleich Bildträger sein, und es liegt keineswegs immer flach auf einem Schreibtisch, sondern kann auch vertikal genutzt werden, als Anschlagzettel, an die Wand geheftet wie ein Poster. Ein Kranz von weiteren Objekten hat sich um die Papierformate der Norm DIN 476 gelegt, Klarsichthüllen, Aktenordner, Locher, Briefumschläge und Ablagen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.02.2018 - Design

In der NZZ begeistert sich Hans Magnus Enzensberger fürs maßgeschneiderte Hemd und bedauert, dass die Geisteswissenschaften bislang keine Hemd Studies hervorgebracht haben: Denn "Die Geschichte des Hemdes ist nur lückenhaft erforscht. Das Wort scheint etwas Verhüllendes zu bedeuten. Fest steht nur, dass jedes Hemd eine Öffnung für den Hals und zwei für die Arme bereithalten muss. Offenbar hat das Ur-Hemd einmal den ganzen Körper bedeckt." Das heutige Hemd für Herren "ist erst im 16. Jahrhundert aufgekommen, und zwar in Westeuropa; dieser Erdteil hat nicht nur Verhängnisse über die Welt gebracht, sondern auch so willkommene Gaben wie den Badeanzug, die Brezel und das Hemd."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.02.2018 - Design

Für das ZeitMagazin hat Carmen Böker die New York Fashion Week besucht, wo es "viel Pink zu sehen und auch sehr viel zarteres Rosa" zu sehen gab, jedoch nicht im Sinn vom "Barbiepuppenniedlichkeit", sondern als Protest gegen Trumps Chauvinismus, mithin als "als Powerfarbe für schlicht geschnittene Anzüge und gerade, fließende Kleider ohne Schnickschnack. Bei Alexander Wang wurde aus dem Pink eine militärisch strenge Abwandlung der klassischen Chanel-Jacke, Jeremy Scott kombinierte kühles Rosé mit Bondage-Elementen, indem er etwa wollig warme Oberteile mit schwarzen Sicherheitsgurten besetzte."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.02.2018 - Design

Lasst uns doch in Ruhe mit Eurem Jugendkult, ruft die - junge - Autorin Claire Beermann im ZeitMagazin ihrem Publikum zu: Viele junge Frauen in ihren frühen Zwanzigern hätten nämlich überhaupt keine Lust darauf, sich in den Augen ihrer älteren Zeitgenossen altersgemäß zu verhalten. Was sich auch in der Mode widerspiegelt: "19-jährige Models führen Kleider vor, die nicht mehr sexy und frech aussehen, sondern eher wie das, was Frauen tragen, die im Reformhaus einkaufen und in den Töpferkurs gehen. ... Jungen Frauen geht es dabei nicht darum, besonders erwachsen oder seriös auszusehen. Es ist eher die lässige Attitüde, die sie sich von reiferen Frauen abschauen und mit der sie sich von einem Gebot befreien, das sich in der Mode so gut gehalten hat wie kaum ein anderes: dem der Jugend."
Stichwörter: Jugend, Mode, Models, Model