Mit ihrem Feuilletonaufmacher gedenkt die
SZ ganzseitig der
Deutschen Industrienorm - DIN -, die vor hundert Jahren damit begann, Produkte und später auch Dienstleistungen zu normieren. Thomas Steinfeld
erinnert unter anderem an den
kriegshistorischen Hintergrund: Das erste genormte Produkt, der Kegelstift, diente der Waffenproduktion im Ersten Weltkrieg: "Benötigt wurden sie für ein in Spandau von der Firma Ludwig Loewe & Co hergestelltes schweres Maschinengewehr, das vor allem im Grabenkrieg verwendet wurde und die Bezeichnung '
08/
15' trug. Es war die erste Waffe, die einheitlich in allen Teilen des Deutschen Heeres benutzt wurde."

Lothar Müller befasst sich mit etwas literarischeren und bürohistorischen Gesichtspunkten mit der DIN: 1922 wurden schließlich auch die
Papierformate verabschiedet, denen wir heute noch das
DIN-
A4-Format verdanken. "Mit seinen größeren und kleineren Nachbarn (...) gehört es zu den
Grundbausteinen der industriellen Moderne und ist eines ihrer bekanntesten Objekte. Es ist nicht nur Schriftträger, es kann zugleich Bildträger sein, und es liegt keineswegs immer flach auf einem Schreibtisch, sondern kann auch vertikal genutzt werden, als Anschlagzettel, an die Wand geheftet wie ein Poster.
Ein Kranz von weiteren Objekten hat sich um die Papierformate der Norm DIN 476 gelegt, Klarsichthüllen, Aktenordner, Locher, Briefumschläge und Ablagen."