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Electric Sheep Magazine

1 Presseschau-Absatz

Magazinrundschau vom 04.07.2017 - Electric Sheep Magazine

Mit postmodernen Horrorkomödien wie seinen "Gremlins"-Filmen ist Joe Dante nicht nur weltberühmt geworden, sondern hat sich mit seinen zahlreichen Anspielungen auch als bestens informierter Fan des Horror- und SF-Genres zu erkennen gegeben. Zu seinen Säulenheiligen zählt der britische Schriftsteller und Drehbuchautor Nigel Kneale, dessen Arbeiten wie "The Quatermass Experiement" ihm Kultstatus sicherten. Electric Sheep bringt nun anlässlich einer Buchveröffentlichung ein großes Interview mit Joe Dante über Kneale - wobei zu den grandiosesten Passagen des Gesprächs eigentlich jene zählt, in denen Dante berichtet, in was für verwegenen, abgeranzten Kinos er als Heranwachsender die Filme von Kneale für sich entdeckt hat: "Im wesentlichen waren das Orte, die Betrunkene nachts aufsuchten, wenn sie schlafen wollten. Diese Orte waren einigermaßen gefährlich. Aber die Filme, die ich sehen wollte, spielten nun einmal nur dort. In Philadelphia gab es ein Kino, das 'The Family' hieß, ein Kino, das Triple-Features zeigte, im Schatten des Rathauses gelegen. Es war eines dieser Kinos, in denen man das Klo lieber nicht aufsuchte. Man ging einfach nicht dorthin, man kniff ein. Gerüchte machten die Runde, dass Leute, die zum Klo gingen, von dort nie zurückgekehrt sind. Einmal erlebte ich, wie bei einer Vorführung von Mario Bavas 'Der Dämon und die Jungfrau' einer abgestochen wurde - da bin ich nur noch abgehauen. Toll an dem Kino war, dass dort nie das Licht anging. Die hatten 24-Stunden-Betrieb. Die gingen nur mit dem Wischmob durch, wenn einer mal gekotzt hat. Und das taten sie, während der Film lief. Was immer auch geschah: Den Film konnte man immer zu Ende sehen. Man musste sich einfach nur umsetzen."
Stichwörter: Kino, Dante, Joe, Horrorfilm