Magazinrundschau - Archiv

Observator Cultural

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Magazinrundschau vom 14.10.2008 - Observator Cultural

Wir haben vor einiger Zeit schon mal auf das phantastische Übersetzungsprojekt der rumänischen Kulturzeitschrift Observator Cultural hingewiesen. Inzwischen sind die Dinge vorangeschritten - und zwar auf Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch und Polnisch. Die erste Ausgabe war dem Schriftsteller Stefan Banulescu gewidmet, die zweite Gheorghe Craciun - mit einem Auszug aus Craciuns Roman "Pupa Russa" und einem Essay von Caius Dobrescu, der Craciun als "Bertrand Russell Wagner'schen Odems" vorstellt.

Die nunmehr dritte Ausgabe ist dem Autor Stelian Tanase gewidmet. Es gibt einige Dinge, "die ein potentieller Leser rumänischer Literatur gerne wüsste", behauptet einleitend und völlig zu Recht die Übersetzerin und Autorin Jean Harris, zugleich Direktorin des Übersetzungsprojekts. Zum Beispiel, dass "Rumänien Weltmeister im Geschichtenerzählen (ist), weil es Weltmeister der Regimewechsel ist". Bevor Harris konkret auf den Schriftsteller Stelian Tanase eingeht, gibt sie einen kurzen Abriss der rumänischen Geschichte und Grundvoraussetzung der rumänischen Literatur: "Langfristig betrachtet zählt die Feststellung, dass das rumänische Problem immer schon war, 'wie man es schafft, zu überleben'. Oft genug war es 'wie man es schafft, nicht zu sterben'. Und oft war es auch 'wie man stirbt' - wie man eine geistige Haltung findet, durch die man sich den Tod zum Freund macht. In diesem Kontext ist das Geschichtenerzählen auf mehreren Ebenen mit einer Erlösung gleichzusetzen." Bei Tanase speist sich diese geistige Haltung aus dem Blues.

Außerdem: eine kurze Vorstellung von Tanases Roman "Leuchtkörper" und eine Leseprobe.

Magazinrundschau vom 15.07.2008 - Observator Cultural

Die rumänische Zeitschrift nimmt ein ambitioniertes Übersetzungsprojekt in Angriff. In nicht weniger als sieben Sprachen - von Polnisch bis Spanisch, auch Deutsch - sollen wichtige Autoren des Landes vorgestellt werden. In der ersten Ausgabe porträtiert Paul Cernat den Schriftsteller Stefan Banulescu (1926-1998), "einen der wichtigsten und bedeutendsten Prosaautoren Nachkriegsrumäniens", und charakterisiert seine Werke so: "Obwohl er vom Kern des Wirklichen ausgeht und den Ton des Reportagenhaften, Tagebuchmäßigen oder Memorialistischen nicht scheut, ist Banulescu kein realistischer Schriftsteller, wie er andererseits auch kein voll und ganz phantastischer Autor ist. Doch enthalten seine Prosastücke eine gewisse Dosis des reflexiven 'Unaussprechlichen', Geheimnisvollen, wo das Gesagte dazu da ist, das Nichtgesagte zur Geltung zu bringen: die Menschen sprechen anspielungsreich, 'in Rätseln', mit bedeutungsschweren Schweigeeinlagen."

Außerdem gibt es die Übersetzung eines Auszugs aus dem ersten Band des unvollendet gebliebenen Großprojekts "Das Buch des Millionärs".