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1 Presseschau-Absatz

Magazinrundschau vom 09.07.2024 - Scena9

Die Fotojournalistin Gabriela Poiană berichtet (und zeigt Impressionen) von ihrer Reise nach Bistrița, einem kleinen Dorf im rumänischen Kreis Vâlcea im Südwesten des Landes. Wer mit der Topografie Rumäniens nicht so vertraut ist, kann den Ort leicht verwechseln: Es geht nicht um die relativ große Stadt Bistrița (deutsch: Bistritz oder im Dialekt Nîsner-Bistritz) in Siebenbürgen, sondern um das kleine Dorf im Naturpark Buila-Vânturarița. Das Gebiet wurde erst 2004 zum Naturpark erklärt. Lange zuvor wurde hier Kalk abgebaut, bis das Kraftwerk, das den Rohstoff verarbeitet, seinen Hauptabnehmer in Polen verlor und die Abbaugenehmigung nicht mehr erneuert wurde. Eine Situation also, wie man sie aus anderen Industrieregionen kennt: Ein Bergwerk wird geschlossen und die lokale Gemeinschaft droht zu verschwinden. Doch die Menschen in Bistrița wollen nicht aufgeben, denn sie wissen, dass die Region mehr zu bieten hat als Kalk, erzählt Poiană im rumänischen Internetmagazin Scena9: "Dana und Mihai gefällt, dass die Wege im Nationalpark Buila Vânturarița immer besser angelegt und markiert werden, dass die Schutzhütten gut gepflegt sind, dass sie kleine Tische und Holzbänke zum Ausruhen finden (...). Als Beispiel nennen sie den Cozia-Nationalpark, der an Buila-Vânturarița angrenzt und den sie sehr schätzen. Sie gehen oft dorthin und schätzen die Übersichtlichkeit, 'die Informationstafeln sind wie ein Lexikon'. Auf ihren Wanderungen treffen sie gerne 'seriöse Bergleute' aus dem ganzen Land, von denen viele gut ausgerüstet sind. Sie wünschen sich, dass sich ihre Region auch in Richtung Natur- und Bergtourismus entwickelt. (…) Ich frage Gheorghe Osiac, was das Gebiet seiner Meinung nach braucht, um ein Anziehungspunkt zu werden. 'Eine Möglichkeit wäre unter anderem, das zu fördern, was es einst gab: die Produkte, die hier hergestellt wurden. Die Roma-Gemeinschaften in der Gegend haben hier immer gearbeitet, sie haben alle etwas Bestimmtes hergestellt und waren dafür bekannt: Besen, Weiden, geflochtene Körbe, geschnitzte Holzlöffel. Es gab hier auch fünf Kalköfen, in denen der Kalkstein gebrannt wurde, um unberührten Kalk herzustellen. Als ich ein Kind war, erinnere ich mich, dass sie Wagenkolonnen bildeten, um ungebrannten Kalk zu kaufen und damit in die flachen Gegenden zu fahren, wo es keinen Kalk gab, und dann zu handeln.'"