
Laurent Rigoulet
unterhält sich mit
Ken Loach, dessen neuer Film über den irschen Bürgerkrieg in den zwanziger Jahren ,
"The Wind That Shakes the Barley", in Frankreich anläuft. Loach spricht auch über sein politisches Engagement und manifestiert als guter alter Trotzkist jede Ablehnung
sozialdemokratischer Vermittlungsstrategien: "Für mich ist das ein Drama. Die Leute werfen sich in ihre Kämpfe und werden doch immer wieder von ihren Führern
verraten, die mehr Angst haben vor ihren eigenen Truppen als vor ihren Gegnern. Alle sozialen Konflikte, die ich in vierzig Jahren gefilmt habe, hatten immer das gleiche Problem: Die Gewerkschaften und die politischen Parteien kämpfen nur bis zu einem bestimmten Punkt, um am Ende dann doch zu verhandeln. 'Die Bourgeoisie kann nicht alleine regieren', sagte Trotzki. Das gilt immer noch. Die Arbeitgeber brauchen die Gewerkschaftsführer, um zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen."