Bestellen Sie bei eichendorff21!Tenoua ist das Blog der RefomrabbinerinDelphine Horvilleur. Paloma Auzéau interviewt hier den Historiker Claude Nataf, der ein Buch über die sechsmonatige Besatzung Tunesiens in den 1942 und 43 geschrieben hat. Es ist das einzige Land Norafrikas, das, wenn auch kurz, von den Nazis besetzt war. Eine weithin vergessene Episode, um die sich auch in Tunesien so gut wie niemand kümmert. Kaum war das Land besetzt, versuchten die Nazis auch hier den Holocaust in die Tat umzusetzen: Zwar hatten sie "weder die Zeit noch die Mittel, um eine 'systematische Vernichtungspolitik' wie in Osteuropa durchzusetzen. Aber sie wandten eine Reihe brutaler Maßnahmen an: Razzien, Zwangsarbeit, öffentliche Demütigungen und kollektive Geldstrafen. Das örtliche SS-Kommando, das von Walter Rauff, einem engen Vertrauten Eichmanns und Erfinder der Gaswagen, geleitet wurde, hatte die Aufgabe, die 'Judenfrage' in Tunesien, Ägypten und Palästina zu 'behandeln'. Tatsächlich versuchte er, ein Pogrom zu provozieren, indem er die muslimische Bevölkerung (finanziell) dazu anstachelte, gegen Juden vorzugehen. Die lokalen Eliten, insbesondere in Tunis, lehnten dies jedoch ab. Dieses Vorhaben scheiterte also." Das Ziel der Nazis war es dann "die Juden in Lagern zusammenzufassen, in der Annahme, dass man, wenn die Achsenmächte in Afrika wieder die Oberhand gewinnen würden, dann ihre Vernichtung betreiben könnte". Heute kümmert sich die "Société d'Histoire des Juifs de Tunisie" um eine jährliche Gedenkveranstaltung. In Tunesien steht der Holocaust nicht auf dem Lehrplan, sagt Nataf.
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